Zu­sam­men­fas­sung

Im glo­ba­len Ver­gleich ver­fügt Deutsch­land über ein gut funk­tio­nie­ren­des Ge­sund­heits­we­sen. Die Her­aus­for­de­run­gen sind gleich­wohl enorm. Der de­mo­gra­fi­sche Wan­del ver­än­dert die Al­ters­py­ra­mi­de, die Nach­fra­ge nach Ge­sund­heits- und Pfle­ge­leis­tun­gen steigt und der Fi­nan­zie­rungs­druck er­höht sich. Ein dro­hen­der Fach­kräf­te­man­gel und ein sich ab­zeich­nen­des re­gio­na­les Ge­fäl­le bei der Ver­sor­gungs­qua­li­tät tun da­zu ihr Üb­ri­ges.

 

Lö­sungs­mög­lich­kei­ten bie­tet vor al­lem der tech­ni­sche Fort­schritt, der be­son­ders von der zu­neh­men­den Di­gi­ta­li­sie­rung ge­trie­ben wird. Ad­mi­nis­tra­ti­ve Ab­läu­fe kön­nen op­ti­miert wer­den, Dia­gno­se- und The­ra­pie­mög­lich­kei­ten ver­bes­sern sich, As­sis­tenz­sys­te­me er­leich­tern Dia­gnos­tik, The­ra­pie und Pfle­ge, und auch prä­ven­ti­ve Maß­nah­men kön­nen mit­tels di­gi­ta­ler Lö­sun­gen ge­ziel­ter ein­ge­setzt wer­den.

 

Mit die­sen Ent­wick­lun­gen sind enor­me Chan­cen für hei­mi­sche Un­ter­neh­men ver­bun­den, denn die Nach­fra­ge nach in­no­va­ti­ven Pro­duk­ten und Pro­zes­sen steigt kon­ti­nu­ier­lich. Be­reits heu­te ist das Ge­sund­heits­we­sen ein wich­ti­ger und wach­sen­der Wirt­schafts­fak­tor, der in ho­hem Maß zu Wert­schöp­fung und Be­schäf­ti­gung bei­trägt. Da­bei pro­fi­tie­ren vor al­lem die in­ter­na­tio­nal aus­ge­rich­te­ten Un­ter­neh­men der Ge­sund­heits­wirt­schaft von der Dy­na­mik der glo­ba­len Ab­satz­märk­te. In­wie­fern der me­di­zi­nisch-tech­ni­sche Fort­schritt die volks­wirt­schaft­li­chen Kos­ten der Ge­sund­heits­ver­sor­gung letzt­end­lich er­höht oder senkt, hängt da­von ab, ob die Ef­fi­zi­enz durch den Ein­satz der oben ge­nann­ten Lö­sungs­mög­lich­kei­ten er­höht wird. Die Qua­li­tät dürf­te hin­ge­gen si­cher stei­gen.

Ge­sund­heits­we­sen in Deutsch­land

Durch die Or­ga­ni­sa­ti­on über ei­ne So­zi­al­ver­si­che­rung un­ter­schei­det sich das deut­sche Ge­sund­heits­sys­tem von staat­lich fi­nan­zier­ten Sys­te­men, die die Kos­ten der Ge­sund­heits­ver­sor­gung maß­geb­lich über Steu­er­mit­tel auf­brin­gen, so­wie von markt­wirt­schaft­lich ori­en­tier­ten Sys­te­men, die die Ab­si­che­rung von Krank­heits­ri­si­ken aus­schließ­lich über pri­vat­wirt­schaft­lich or­ga­ni­sier­te Ver­si­che­rungs­un­ter­neh­men ab­de­cken. 

 

Ziel ei­ner So­zi­al­ver­si­che­rung ist es, ele­men­ta­re Le­bens­ri­si­ken zu­min­dest teil­wei­se ab­zu­si­chern. Sie be­ruht auf den drei Prin­zi­pi­en Ei­gen­ver­ant­wor­tung, Sub­si­dia­ri­tät und So­li­da­ri­tät. Cha­rak­te­ris­tisch für So­zi­al­ver­si­che­run­gen ist das Prin­zip der Selbst­ver­wal­tung. Trä­ger und Leis­tungs­er­brin­ger des Ge­sund­heits­we­sens so­wie Ar­beit­ge­ber und Ver­si­cher­te or­ga­ni­sie­ren sich selbst, um das Ge­sund­heits­sys­tem zu steu­ern und zu ge­stal­ten. Der Staat skiz­ziert da­bei die Rah­men­be­din­gun­gen und führt die Auf­sicht. Das deut­sche Ge­sund­heits­sys­tem kann des­halb als ein Mit­tel­weg zwi­schen staat­lich fi­nan­zier­ten und or­ga­ni­sier­ten Sys­te­men so­wie rein pri­vat­wirt­schaft­li­chen Sys­te­men ge­se­hen wer­den. 

 

Ne­ben der ge­setz­li­chen Kran­ken­ver­si­che­rung (GKV), in der in Deutsch­land rund 72,6 Mil­lio­nen Men­schen ver­si­chert sind, exis­tiert auch ei­ne pri­va­te Kran­ken­ver­si­che­rung (PKV) mit 8,8 Mil­lio­nen Ver­si­cher­ten. Auf­grund die­ses zah­len­mä­ßi­gen Un­ter­schieds ist das Ge­sund­heits­we­sen da­her maß­geb­lich durch die Struk­tu­ren der GKV ge­prägt. Ins­ge­samt wird das deut­sche Ge­sund­heits­we­sen von zahl­rei­chen Ak­teu­ren und In­sti­tu­tio­nen ge­stal­tet. Auf­grund der fö­de­ra­len Struk­tur der Bun­des­re­pu­blik sind die Zu­stän­dig­kei­ten und Auf­ga­ben im Ge­sund­heits­we­sen zwi­schen dem Bund und den Län­dern auf­ge­teilt.

 

Auf Bun­des­ebe­ne bil­det der Ge­mein­sa­me Bun­desau­schuss (G-BA) das zen­tra­le Ent­schei­dungs­gre­mi­um der ge­mein­sa­men Selbst­ver­wal­tung. Er er­lässt Richt­li­ni­en für die me­di­zi­ni­sche und pfle­ge­ri­sche Ver­sor­gung, be­wer­tet den Nut­zen und die Wirt­schaft­lich­keit von Be­hand­lungs­me­tho­den und be­schließt Maß­nah­men zur Qua­li­täts­si­che­rung im am­bu­lan­ten und sta­tio­nä­ren Be­reich. Er ist be­setzt mit Ver­tre­tern der Kas­sen(zahn)ärzt­li­chen Bun­des­ver­ei­ni­gung, der Deut­schen Kran­ken­haus­ge­sell­schaft und des Spit­zen­ver­ban­des Bund der Kran­ken­kas­sen. Da­bei ge­stal­tet Letz­te­rer maß­geb­lich die Ge­sund­heits­ver­sor­gung für die ge­setz­lich Kran­ken­ver­si­cher­ten. 

 

Die Deut­sche Kran­ken­haus­ge­sell­schaft ver­tritt die In­ter­es­sen der Kran­ken­häu­ser und be­ar­bei­tet Grund­satz­fra­gen der sta­tio­nä­ren Ver­sor­gung. Die Kas­sen(zahn)ärzt­li­che Bun­des­ver­ei­ni­gung ist die In­ter­es­sen­ver­tre­te­rin der an der ver­trags­ärzt­li­chen Ver­sor­gung teil­neh­men­den Ärz­te und stellt die am­bu­lan­te ört­li­che Ver­sor­gung der ge­setz­lich Ver­si­cher­ten si­cher.

 

Auf Lan­des­ebe­ne sind die Ak­teu­re in die kon­kre­te Aus­ge­stal­tung der am­bu­lan­ten und sta­tio­nä­ren Ver­sor­gung ein­ge­bun­den, de­ren Rah­men­be­din­gun­gen auf Bun­des­ebe­ne ge­schaf­fen wer­den. So sind die Ge­sund­heits­mi­nis­te­ri­en der Län­der u. a. für die Kran­ken­haus­pla­nung und da­mit für die Be­reit­stel­lung aus­rei­chen­der Ka­pa­zi­tä­ten für die akut­sta­tio­nä­re Ver­sor­gung zu­stän­dig. Die am­bu­lan­te Ver­sor­gung wird durch die nie­der­ge­las­se­nen Ärz­te ge­währ­leis­tet, die Ver­sor­gung mit Arz­nei­mit­teln über­neh­men öf­fent­li­che Apo­the­ken. Die je­wei­li­gen Kas­sen­ärzt­li­chen Ver­ei­ni­gun­gen brin­gen die re­gio­na­len Ver­sor­gungs­be­dürf­nis­se in Ein­klang mit den bun­des­weit gül­ti­gen Be­darfs­pla­nungs-Richt­li­ni­en und sind ver­pflich­tet, ge­gen­über den Kran­ken­kas­sen ei­ne ord­nungs­ge­mä­ße Er­brin­gung der am­bu­lan­ten Leis­tun­gen durch ih­re Mit­glie­der zu ge­währ­leis­ten. Für die sta­tio­nä­re Ver­sor­gung wer­den auf Län­der­ebe­ne so­ge­nann­te Kran­ken­haus­plä­ne er­stellt, um aus­rei­chen­de Ka­pa­zi­tä­ten für die Ver­sor­gung zu schaf­fen.

 

Die GKV si­chert rund 90 Pro­zent der Be­völ­ke­rung ge­gen fi­nan­zi­el­le Ri­si­ken ab, die mit den Kos­ten ei­ner Er­kran­kung ein­her­ge­hen. Die Fi­nan­zie­rung er­folgt aus den Bei­trags­zah­lun­gen der Ver­si­cher­ten und aus ei­nem Bun­des­zu­schuss, der seit 2017 auf jähr­lich 14,5 Mil­li­ar­den Eu­ro fest­ge­schrie­ben ist. Er wird aus Steu­er­mit­teln fi­nan­ziert und soll ver­si­che­rungs­frem­de Leis­tun­gen, wie z. B. die bei­trags­freie Mit­ver­si­che­rung von Kin­dern und Ehe­part­nern, de­cken.

 

Der Bei­trags­satz, der auf Ar­beits­ent­gel­te, Ren­ten aus der ge­setz­li­chen Ren­ten­ver­si­che­rung und Ver­sor­gungs­leis­tun­gen für die GKV er­ho­ben wird, be­trägt seit 2015 14,6 Pro­zent (er­mä­ßigt 14,0 Pro­zent). Der Ar­beit­ge­ber­an­teil ist auf 7,3 Pro­zent fi­xiert. Die rest­li­chen 7,3 Pro­zent sind durch den Ar­beit­neh­mer zu tra­gen. Zu­sätz­lich kön­nen Zu­satz­bei­trä­ge an­fal­len, wenn die Kas­sen ih­re Aus­ga­ben nicht de­cken kön­nen, die bis­her al­lei­ne vom Ar­beit­neh­mer zu tra­gen sind. Ab 2019 wer­den auch die Zu­satz­bei­trä­ge zur ge­setz­li­chen Kran­ken­ver­si­che­rung nach Plä­nen der Bun­des­re­gie­rung wie­der zu glei­chen Tei­len von Ar­beit­ge­ber und Ar­beit­neh­mer fi­nan­ziert. Wenn da­bei von ei­ner Wie­der­her­stel­lung der Pa­ri­tät ge­spro­chen wird, wird al­ler­dings ver­kannt, dass die Ar­beit­ge­ber schon heu­te ei­nen we­sent­lich hö­he­ren An­teil der Ge­sund­heits­kos­ten tra­gen als die Ver­si­cher­ten, da die Ent­gelt­fort­zah­lung im Krank­heits­fall ein­sei­tig von den Ar­beit­ge­bern ge­tra­gen wird.

Ins­ge­samt be­lie­fen sich die Ein­nah­men der GKV im Jahr 2016 auf rund 224 Mil­li­ar­den Eu­ro. Die Bei­trags­ein­nah­men der PKV la­gen im glei­chen Zeit­raum bei gut 37 Mil­li­ar­den Eu­ro.

 

Zen­tra­le Trends im Ge­sund­heits­we­sen

Wechselwirkungen

Das deut­sche Ge­sund­heits­sys­tem steht vor enor­men Her­aus­for­de­run­gen. Ne­ben de­mo­gra­fi­schen und ge­sell­schaft­li­chen Trends so­wie Ver­än­de­run­gen des Krank­heits­spek­trums, die die Si­cher­stel­lung der Fi­nan­zie­rung des Ge­sund­heits­we­sens stark ge­fähr­den, sind vor al­lem auch der me­di­zi­nisch­ tech­ni­sche Fort­schritt und struk­tu­rel­le Fra­ge­stel­lun­gen von Re­le­vanz. Hier geht es um den Er­halt des Zu­gangs zur ge­sund­heit­li­chen Ver­sor­gung, ins­be­son­de­re in den pe­ri­phe­ren Räu­men, aber auch dar­um, die Ef­fi­zi­enz im Ge­sund­heits­we­sen zu er­hö­hen. Ei­ne be­son­de­re Schwie­rig­keit liegt da­bei in der Par­al­le­li­tät die­ser Ent­wick­lun­gen, die das Ge­sund­heits­we­sen von ver­schie­de­nen Sei­ten aus in sei­nen be­stehen­den Struk­tu­ren und Ab­läu­fen in­fra­ge stel­len.

 

Ver­bes­ser­te Le­bens­be­din­gun­gen und der me­di­zi­ni­sche Fort­schritt füh­ren da­zu, dass die Men­schen in Deutsch­land im­mer län­ger le­ben. Heu­te ge­bo­re­ne Mäd­chen ha­ben ei­ne Le­bens­er­war­tung von über 83 Jah­ren, bei den Jun­gen sind es über 78 Jah­re. Al­ler­dings ist die Zahl der Ge­bur­ten nied­rig. Durch­schnitt­lich ster­ben pro Jahr rund 190.000 Men­schen mehr, als ge­bo­ren wer­den. Nur die ho­he Zu­wan­de­rung ver­hin­dert bis­her, dass die Be­völ­ke­rung in Deutsch­land schrumpft.

 

Bis zum Jahr 2035 wird das Durch­schnitts­al­ter in Deutsch­land und in Bay­ern stei­gen und die Al­ters­struk­tur sich mas­siv „nach oben“ ver­schie­ben. In ab­so­lu­ten Zah­len be­deu­tet dies für Deutsch­land ei­ne Zu­nah­me der äl­te­ren Be­völ­ke­rung (65 Jah­re und äl­ter) um 5,9 Mil­lio­nen Men­schen, in Bay­ern nimmt die Zahl der Äl­te­ren um rund ei­ne Mil­lio­nen Men­schen zu. In we­ni­ger als zwei Jahr­zehn­ten be­fin­det sich dann in Deutsch­land fast je­der Drit­te in ei­nem Al­ter, in dem die Ge­sund­heits­aus­ga­ben in der Re­gel er­heb­lich an­stei­gen. Nach der Me­di­ka­li­sie­rungs­the­se stei­gen so­mit der Be­darf an me­di­zi­ni­schen und pfle­ge­ri­schen Leis­tun­gen und da­mit auch die Be­hand­lungs­kos­ten. Im Ge­gen­satz da­zu geht die Kom­pres­si­ons­theo­rie da­von aus, dass die hin­zu­ge­won­ne­nen Le­bens­jah­re in Ge­sund­heit ver­bracht wer­den und sich zu­sätz­li­che Aus­ga­ben haupt­säch­lich auf die Jah­re vor dem Tod kom­pri­mie­ren. Da die Leis­tungs­aus­ga­ben der ge­setz­li­chen Kran­ken­ver­si­che­rung in den ho­hen Al­ters­grup­pen in den letz­ten Jah­ren je­doch über­pro­por­tio­nal an­ge­stie­gen sind, spricht dies eher für die Me­di­ka­li­sie­rungs­the­se.

 

Die Deut­schen wer­den nicht nur im­mer äl­ter, auch das Krank­heits­spek­trum ver­än­dert sich. In­fek­ti­ons­krank­hei­ten und Kin­der­sterb­lich­keit wur­den er­folg­reich be­kämpft, aber auch ein si­che­re­rer Stra­ßen­ver­kehr und ge­rin­ge­re Um­welt­be­las­tun­gen tra­gen zu ei­ner hö­he­ren Le­bens­er­war­tung bei. Da­für wer­den so­ge­nann­te nicht über­trag­ba­re Krank­hei­ten, die meist chro­nisch ver­lau­fen, im­mer häu­fi­ger. Hier sind Blut­hoch­druck und Mus­kel-Ske­lett-Er­kran­kun­gen, aber auch psy­chi­sche Er­kran­kun­gen zu nen­nen. Letz­te­re wer­den zu ei­nem im­mer grö­ße­ren Pro­blem: Sie ver­ur­sach­ten schon 2016 rund 18 Pro­zent al­ler Krank­heits­ta­ge und ste­hen so­mit nach den Mus­kel-Ske­lett-Krank­hei­ten an zwei­ter Stel­le.

 

Chro­ni­sche und psy­chi­sche Er­kran­kun­gen stel­len das Ge­sund­heits­sys­tem vor enor­me fi­nan­zi­el­le und or­ga­ni­sa­to­ri­sche Her­aus­for­de­run­gen. Meist wird ei­ne lang­fris­ti­ge The­ra­pie be­nö­tigt, die hö­he­re An­sprü­che an die Zu­sam­men­ar­beit al­ler Ak­teu­re im Ge­sund­heits- und Pfle­ge­be­reich stellt.

 

Zu­sam­men mit ei­ner stei­gen­den An­zahl Hoch­be­tag­ter ge­hen Pro­gno­sen da­von aus, dass in Bay­ern bis 2030 rund 50 Pro­zent mehr Pfle­ge­be­dürf­ti­ge als im Jahr 2009 ver­sorgt wer­den müs­sen.

Vor die­sem Hin­ter­grund wird sich der Fach­kräf­te­man­gel im Ge­sund­heits­we­sen wei­ter ver­schär­fen. Der Per­so­nal­ein­satz ent­wi­ckelt sich dy­na­misch und ist als Aus­druck der ge­stie­ge­nen Ver­sor­gungs­be­dar­fe der Be­völ­ke­rung zu se­hen. So ist die Zahl der Be­schäf­tig­ten in baye­ri­schen Kran­ken­häu­sern seit 2012 von 171.000 auf 186.000 ge­stie­gen, in baye­ri­schen Pfle­ge­ein­rich­tun­gen seit 2011 von 133.000 auf fast 150.000.

 

Be­rech­nun­gen für die nächs­ten Jahr­zehn­te zei­gen, dass sich bei zu­neh­men­der Dy­na­mik des de­mo­gra­fi­schen Wan­dels al­lein in der Al­ten­pfle­ge die Lü­cke zwi­schen dem bun­des­wei­ten An­ge­bot und Be­darf auf über 730.000 zu­sätz­lich be­nö­tig­te Pfle­ge­kräf­te in Pfle­ge­hei­men er­hö­hen wird. Für das Jahr 2030 wird für Deutsch­land ei­ne Per­so­nal­lü­cke von rund 165.000 Ärz­ten und fast 800.000 nicht ärzt­li­chen Fach­kräf­ten er­rech­net.

Der me­di­zi­nisch-tech­ni­sche Fort­schritt ver­spricht neue Be­hand­lungs­me­tho­den und The­ra­pi­en, die ei­ne Ver­bes­se­rung der Ge­sund­heit und der Le­bens­qua­li­tät von Pa­ti­en­ten er­mög­li­chen. Gleich­zei­tig ist er al­ler­dings mit er­heb­li­chen Kos­ten­stei­ge­run­gen ver­bun­den. Neue Me­di­ka­men­te und in­di­vi­dua­li­sier­te The­ra­pi­en (Stich­wort per­so­na­li­sier­te Me­di­zin) kön­nen zwar viel prä­zi­ser auf den ein­zel­nen Pa­ti­en­ten ab­ge­stimmt wer­den, sind je­doch deut­lich teu­rer. Um das Ge­sund­heits­sys­tem wei­ter­hin be­zahl­bar zu hal­ten, müs­sen Kos­ten und Nut­zen in­no­va­ti­ver Wirk­stof­fe und Ver­fah­ren im­mer wie­der aufs Neue ge­gen­ein­an­der ab­ge­wo­gen wer­den.

 

Heu­te wer­den neue Arz­nei­mit­tel und Me­di­zin­tech­nik ei­ner auf­wen­di­gen Prü­fung in­klu­si­ve ei­ner Nut­zen­be­wer­tung un­ter­zo­gen, be­vor sie in der Ge­sund­heits­ver­sor­gung von Mil­lio­nen Men­schen auf Kos­ten der GKV ein­ge­setzt wer­den dür­fen. Mit dem In­kraft­tre­ten des Arz­nei­mit­tel­markt­neu­ord­nungs­ge­set­zes (AM­NOG) im Jahr 2011 muss für neue Me­di­ka­men­te oder The­ra­pi­en der me­di­zi­ni­sche Zu­satz­nut­zen ge­gen­über ei­ner zweck­mä­ßi­gen Ver­gleichs­the­ra­pie nach­ge­wie­sen wer­den. Be­steht ein sol­cher Zu­satz­nut­zen, wird mit dem GKV-Spit­zen­ver­band ein Preis aus­ge­han­delt. Kann kein Zu­satz­nut­zen nach­ge­wie­sen wer­den, er­folgt die Zu­ord­nung zu ei­ner Fest­be­trags­grup­pe. Al­ler­dings wer­den als kos­ten­re­le­van­te Ver­gleichs­pa­ra­me­ter im All­ge­mei­nen nur die Jah­res­the­ra­pie­kos­ten für Arz­nei­mit­tel­kos­ten und Ap­pli­ka­tio­nen be­rück­sich­tigt, ei­ne Be­wer­tung hin­sicht­lich des ge­sell­schaft­li­chen Nut­zens fehlt hin­ge­gen. Im Ver­gleich zu an­de­ren Län­dern be­rück­sich­tigt das deut­sche Ver­fah­ren ge­samt­sys­tem­re­le­van­te Kos­ten­ver­än­de­run­gen (z. B. Wie­der­her­stel­lung der Er­werbs­fä­hig­keit, Pfle­ge­kos­ten usw.) nicht und auch die Be­schrän­kung auf Jah­res­the­ra­pie­kos­ten greift bei­spiels­wei­se bei Arz­nei­mit­teln, de­ren Nut­zen sich erst ei­ni­ge Jah­re nach Be­ginn der The­ra­pie eta­bliert, zu kurz, was un­ter an­de­rem für ei­ne ad­äqua­te Kos­ten-Nut­zen-Be­wer­tung von po­ten­zi­ell pfle­ge­ver­hin­dern­den bzw. -ver­zö­gern­den Arz­nei­mit­teln ein Pro­blem dar­stellt.

 

Dar­über hin­aus dau­ert der Weg bis zur Be­an­tra­gung ei­nes Zu­las­sungs­ver­fah­rens in Deutsch­land sehr lan­ge, denn die im Vor­feld zu er­brin­gen­de kli­ni­sche Prü­fung ist kom­plex und er­folgt in meh­re­ren Pha­sen. Zwar sorgt die­ses Ver­fah­ren für ei­ne größt­mög­li­che Si­cher­heit, gleich­zei­tig ist es je­doch sehr zeit­in­ten­siv und stellt da­her ei­nen Wett­be­werbs­nach­teil für in Deutsch­land for­schen­de Un­ter­neh­men dar. In den USA kön­nen Zu­las­sungs­ver­fah­ren auf­grund der prak­ti­zier­ten so­ge­nann­ten „re­al world evi­dence“ (RWE) deut­lich schnel­ler be­an­tragt wer­den. RWE um­fasst da­bei Ana­ly­sen auf Ba­sis von Ge­sund­heits­da­ten, die un­ter rea­len All­tags­be­din­gun­gen er­ho­ben wur­den („re­al world da­ta“).

 

Mit kom­ple­xen re­gu­la­to­ri­schen Vor­schrif­ten ist je­doch nicht nur der Be­reich der Me­di­ka­men­ten­ent­wick­lung kon­fron­tiert. Im April 2017 wur­de ei­ne neue EU-Ver­ord­nung über Me­di­zin­pro­duk­te mit dem Ziel ein­ge­führt, den Pa­ti­en­ten­schutz zu ver­bes­sern. Die­se Me­di­cal De­vice Re­gu­la­ti­on (MDR) tritt ab 2020 nach ei­ner Über­gangs­zeit von drei Jah­ren EU-weit in Kraft und be­trifft na­he­zu al­le Me­di­zin­pro­duk­te. Re­gu­liert wer­den u. a. die Klas­si­fi­zie­rung von Pro­duk­ten, die tech­ni­sche Do­ku­men­ta­ti­on, Eti­ket­tie­run­gen, kli­ni­sche Be­wer­tun­gen, die Markt­über­wa­chung so­wie das Qua­li­täts­ma­nage­ment­sys­tem. Die­se Maß­nah­men sind mit ei­nem er­heb­li­chen Mehr­auf­wand bei den Me­di­zin­tech­nik-Fir­men ver­bun­den, der sich vor­aus­sicht­lich so­wohl auf Kos­ten­sei­te der Un­ter­neh­men als auch auf­sei­ten der Zu­las­sungs­dau­er der Pro­duk­te deut­lich ne­ga­tiv aus­wir­ken wird.

 

Auf­grund der ho­hen Kom­ple­xi­tät des Sys­tems und der star­ken Re­gu­lie­rung sind Ver­fah­ren ge­fragt, die hel­fen, den Nut­zen der In­no­va­tio­nen schnel­ler und si­che­rer nach­zu­wei­sen, um de­ren Kos­ten recht­fer­ti­gen zu kön­nen, oder We­ge, die es er­mög­li­chen, den Fort­schritt zu fi­nan­zie­ren.

Auch der Kran­ken­haus­markt ist er­heb­lich in Be­we­gung ge­ra­ten. Die Zahl der Kran­ken­häu­ser in Deutsch­land ist von 2.220 im Jahr 2002 auf 1.950 im Jahr 2016 zu­rück­ge­gan­gen. Gleich­zei­tig hat sich die An­zahl der Bet­ten in pri­va­ten Kli­ni­ken im glei­chen Zeit­raum von neun Pro­zent auf fast 20 Pro­zent ver­dop­pelt. Be­son­ders öf­fent­li­che Kran­ken­haus­trä­ger ha­ben in den letz­ten Jah­ren ih­re Bet­ten­an­zahl ver­klei­nert, Kli­ni­ken an pri­va­te Trä­ger ver­kauft oder gan­ze Stand­or­te ge­schlos­sen. Die Ur­sa­chen lie­gen zum ei­nem im me­di­zi­nisch-tech­ni­schen Fort­schritt, der da­für sorgt, dass Pa­ti­en­ten nach ei­nem Ein­griff schnel­ler ent­las­sen wer­den kön­nen oder gleich am­bu­lant be­han­delt wer­den, zum an­de­ren an öko­no­mi­schen Grün­den. So sind die Kran­ken­häu­ser durch die Ein­füh­rung der pau­scha­lier­ten Ver­gü­tung im Jahr 2003 ge­zwun­gen, ih­re Wirt­schaft­lich­keit zu er­hö­hen.

 

Mit der Kon­so­li­die­rung zu grö­ße­ren Un­ter­neh­men sind für Ge­sund­heits­an­bie­ter zahl­rei­che Vor­tei­le ver­bun­den. Sie kön­nen Ska­len­vor­tei­le er­wirt­schaf­ten, in­dem sie Ver­wal­tung und Ad­mi­nis­tra­ti­on zen­tra­li­sie­ren, und er­lan­gen ei­ne stär­ke­re Ver­hand­lungs­macht. Zu­dem er­lau­ben grö­ße­re Ein­hei­ten ei­ne Spe­zia­li­sie­rung ein­zel­ner Stand­or­te und die er­ziel­ten Ska­len­er­trä­ge set­zen Ka­pi­tal für ge­ziel­te In­ves­ti­tio­nen frei. Für Pa­ti­en­ten be­deu­tet die­se Ent­wick­lung je­doch we­ni­ger Aus­wahl und län­ge­re We­ge. Bei ei­ner zu ho­hen Kon­zen­tra­ti­on der Kran­ken­haus­trä­ger sin­ken die An­rei­ze für die Häu­ser, ei­ne ho­he Qua­li­tät auf­recht­zu­er­hal­ten, da den Pa­ti­en­ten die Wahl­mög­lich­keit fehlt.

Dar­über hin­aus gibt es noch wei­te­re Ent­wick­lun­gen, die auf das Ge­sund­heits­sys­tem Ein­fluss neh­men. So nimmt die Nach­fra­ge nach „Ge­sund­heit“ mit stei­gen­dem Ein­kom­men, vor al­lem auch auf dem Markt jen­seits der Ge­sund­heits­ver­sor­gung, zu. Sport und ge­sun­de Er­näh­rung, Frei­zeit und Well­ness neh­men ei­nen im­mer hö­he­ren Stel­len­wert ein. Auch die Rol­le des Pa­ti­en­ten ver­än­dert sich. Er for­dert Mit­be­stim­mung ein, in­for­miert sich selbst über me­di­zi­ni­sche Fra­gen und will über Op­tio­nen und wei­te­re Mög­lich­kei­ten in­for­miert wer­den, was Ge­sund­heits­ein­rich­tun­gen und de­ren Be­schäf­ti­ge in der Pra­xis vor gro­ße Her­aus­for­de­run­gen hin­sicht­lich Zeit und Ab­stim­mungs­pro­zes­se stellt. Auch die Zu­wan­de­rung hat Fol­gen für das Ge­sund­heits­we­sen. Hier sind bei­spiels­wei­se an­de­re Ge­sund­heits­be­dar­fe und in­ter­kul­tu­rel­le Her­aus­for­de­run­gen zu nen­nen. Gleich­zei­tig ver­jüngt die Zu­wan­de­rung das Land und er­höht so­mit das Er­werbs­per­so­nen­po­ten­zi­al. Zu­letzt ist noch der Kli­ma­wan­del an­zu­füh­ren. Ins­be­son­de­re ex­tre­me Hit­ze­wel­len stel­len ei­ne Ge­fahr für Kin­der, Kran­ke und äl­te­re Men­schen dar, stei­gen­de Tem­pe­ra­tu­ren be­güns­ti­gen die Ver­brei­tung von In­fek­ti­ons­krank­hei­ten wie FSME (Früh­som­mer- Me­nin­go­en­ze­pha­li­tis) und füh­ren zu ei­ner ver­län­ger­ten Pol­len­sai­son (All­er­gi­en).

 

Fer­ner füh­ren ge­sell­schaft­li­che Trends wie die In­di­vi­dua­li­sie­rung da­zu, dass fa­mi­liä­re und in­for­mel­le Netz­wer­ke, die heu­te häu­fig die pfle­ge­ri­sche Ver­sor­gung si­cher­stel­len und da­mit das Ge­sund­heits­sys­tem ent­las­ten, wei­ter aus­dün­nen. Ein stär­ke­res Stadt-Land-Ge­fäl­le er­schwert zu­dem die flä­chen­de­cken­de me­di­zi­ni­sche Ver­sor­gung auf dem Land.

Zen­tra­le Her­aus­for­de­run­gen im Ge­sund­heits­we­sen

Die be­schrie­be­nen Ent­wick­lun­gen for­dern das Ge­sund­heits­we­sen auf ver­schie­de­nen Ebe­nen her­aus. We­sent­lich sind da­bei die zu­künf­ti­ge Fi­nan­zie­rung, die Stei­ge­rung von Ef­fi­zi­enz und Ef­fek­ti­vi­tät in der Ge­sund­heits­ver­sor­gung so­wie die Si­cher­stel­lung des Zu­gangs zur me­di­zi­ni­schen Ver­sor­gung.

Die ge­setz­li­chen Kran­ken­ver­si­che­run­gen se­hen sich im Zu­ge des de­mo­gra­fi­schen Wan­dels und des me­di­zi­nisch-tech­ni­schen Fort­schritts mit sin­ken­den Ein­nah­men und stei­gen­den Aus­ga­ben kon­fron­tiert. Die Struk­tur der Bei­trags­zah­ler in der GKV ver­schiebt sich. Im­mer mehr Rent­ner ste­hen ei­ner klei­ner wer­den­den Zahl von Er­werbs­tä­ti­gen ge­gen­über, was da­zu führt, dass das Bei­trags­vo­lu­men sinkt. Gleich­zei­tig be­steht ein Zu­sam­men­hang zwi­schen dem Al­ter der Ver­si­cher­ten und der Hö­he der GKV-Aus­ga­ben. Die Aus­ga­ben sind in den ers­ten Le­bens­jah­ren hoch, dann über ei­nen län­ge­ren Zeit­raum re­la­tiv nied­rig und stei­gen ab ei­nem Al­ter von ca. 50 Jah­ren ra­pi­de an.

Kommt es we­der zu Leis­tungs­kür­zun­gen noch zu ei­ner Aus­wei­tung des Bun­des­zu­schus­ses oder ei­ner hö­he­ren Ef­fi­zi­enz, sind zur Fi­nan­zie­rung der Leis­tun­gen Bei­trags­satz­stei­ge­run­gen nö­tig. Schreibt man den Ef­fekt des de­mo­gra­fi­schen Wan­dels mit den heu­te zu­grun­de lie­gen­den Aus­ga­ben­pro­fi­len und den re­al be­ob­ach­te­ten Kos­ten­stei­ge­run­gen pro Kopf fort, kann ei­ne Er­hö­hung des GKV-Bei­trags­sat­zes bis zum Jahr 2035 auf 18,3 Pro­zent pro­gnos­ti­ziert wer­den. Be­rech­nun­gen für das Jahr 2045 zei­gen ei­nen Bei­trags­satz von 19,2 Pro­zent. Bei ei­ner dy­na­mi­sche­ren Kos­ten­ent­wick­lung im Ge­sund­heits­we­sen, die et­wa auf ei­nen me­di­zi­nisch-tech­ni­schen Fort­schritt, dem kei­ne Ein­spar­ef­fek­te ge­gen­über­ste­hen, oder auch auf Lohn­stei­ge­run­gen bei den Ge­sund­heits­be­ru­fen zu­rück­zu­füh­ren ist, ist von ei­nem GKV-Bei­trags­satz von 20,6 Pro­zent im Jahr 2035 aus­zu­ge­hen. Bis 2045 wür­de un­ter die­sen An­nah­men der Bei­trags­satz so­gar bei 23,3 Pro­zent lie­gen.

 

Durch tech­ni­schen Fort­schritt und Di­gi­ta­li­sie­rung be­steht ein gro­ßes Po­ten­zi­al, die Ef­fi­zi­enz und Ef­fek­ti­vi­tät im Ge­sund­heits­we­sen zu er­hö­hen und da­mit die be­stehen­de Über-, Un­ter- und Fehl­ver­sor­gung ab­zu­bau­en. Be­son­de­re Schwach­punk­te lie­gen an den Schnitt­stel­len zwi­schen den Leis­tungs­sek­to­ren und in der man­geln­den In­te­gra­ti­on der am­bu­lan­ten und der sta­tio­nä­ren Ver­sor­gung. Pa­ti­en­ten müs­sen ih­re me­di­zi­ni­sche Ver­sor­gung selbst ko­or­di­nie­ren, wenn sie ei­nen Fach­arzt be­nö­ti­gen oder für ei­ne Be­hand­lung ins Kran­ken­haus müs­sen. Ih­re me­di­zi­ni­schen Wer­te er­hal­ten Pa­ti­en­ten, wenn über­haupt, oft nur in aus­ge­druck­ter Form. Un­ter­su­chun­gen müs­sen des­halb oft mehr­fach durch­ge­führt wer­den, was ei­ne zu­sätz­li­che Be­las­tung für den Pa­ti­en­ten so­wie ei­nen Mehr­auf­wand für den be­han­deln­den Arzt und sein Per­so­nal so­wie die Kran­ken­kas­sen be­deu­tet. Auch die Ver­ord­nung von Arz­nei­mit­teln kann zwi­schen den Ärz­ten oft nicht rich­tig ab­ge­stimmt wer­den. Ge­ra­de für mehr­fach er­krank­te Pa­ti­en­ten be­steht so die Ge­fahr von ris­kan­ten Me­di­ka­men­ten­kom­bi­na­tio­nen. Tech­ni­sche und di­gi­ta­le In­no­va­tio­nen wie ei­ne elek­tro­ni­sche Pa­ti­en­ten­ak­te kön­nen hier­bei Ab­hil­fe schaf­fen. Wei­te­res Po­ten­zi­al zur Er­hö­hung der Ef­fi­zi­enz der Ge­sund­heits­ver­sor­gung liegt in der Prä­ven­ti­on und Ge­sund­heits­för­de­rung, denn ein Groß­teil der Krank­heits­last in Deutsch­land ist auf den in­di­vi­du­el­len Le­bens­stil zu­rück­zu­füh­ren. Die­se sind zwar zu­nächst mit ei­nem hö­he­ren Kos­ten­auf­wand ver­bun­den, al­ler­dings kön­nen zu­künf­ti­ge Ge­sund­heits­aus­ga­ben da­mit ge­senkt bzw. hin­aus­ge­scho­ben wer­den. So kann im Be­reich der be­trieb­li­chen Ge­sund­heits­för­de­rung mitt­ler­wei­le nach­ge­wie­sen wer­den, dass we­ni­ger Fehl­ta­ge und ge­rin­ge­re Krank­heits­kos­ten die Kos­ten für Prä­ven­ti­ons­pro­gram­me ge­gen­fi­nan­zie­ren. Der Ein­satz neu­er Ge­rä­te und Soft­ware­lö­sun­gen wird zu­dem Prä­ven­ti­ons­pro­gram­me zu­künf­tig wirk­sa­mer ma­chen bzw. die­se in grö­ße­rem Um­fang als bis­her er­mög­li­chen.

Chan­cen und Po­ten­zia­le neu­er Tech­no­lo­gi­en

In­no­va­ti­ve Pro­duk­te, Pro­zes­se und Ge­schäfts­mo­del­le kön­nen ei­nen we­sent­li­chen Bei­trag zur Be­wäl­ti­gung der oben be­schrie­be­nen Her­aus­for­de­run­gen leis­ten. Be­son­ders die Nut­zung fort­schritt­li­cher di­gi­ta­ler Me­tho­den ist für die Ge­sund­heits­ver­sor­gung zen­tral und drin­gend not­wen­dig. So ist ak­tu­ell bei­spiels­wei­se der Da­ten­aus­tausch zwi­schen den Leis­tungs­er­brin­gern im Ge­sund­heits­we­sen sehr auf­wen­dig und führt zu Mehr­fach­be­hand­lun­gen oder auch Fehl­be­hand­lun­gen. Auch die me­di­zi­ni­sche Ver­sor­gung von Pa­ti­en­ten, die nicht mo­bil sind oder ab­ge­le­gen le­ben, ge­stal­tet sich schwie­rig. Ins­be­son­de­re durch di­gi­ta­le Tech­ni­ken kann die Ge­sund­heits­ver­sor­gung spür­bar ef­fi­zi­en­ter und ef­fek­ti­ver wer­den.

Ins­ge­samt sind die tech­no­lo­gi­schen Trends viel­fäl­tig und um­fas­sen neue Kom­mu­ni­ka­ti­ons­mög­lich­kei­ten eben­so wie Bio­tech und Na­no­tech­no­lo­gie so­wie in­no­va­ti­ve Ent­wick­lun­gen aus den Be­rei­chen Phar­ma und Me­di­zin­tech­nik.

 

 

In­no­va­tio­nen aus dem Be­reich der In­for­ma­ti­ons- und Kom­mu­ni­ka­ti­ons­tech­nik wer­den im Ge­sund­heits­we­sen un­ter dem Be­griff der di­gi­ta­len Ge­sund­heits­wirt­schaft zu­sam­men­ge­fasst und um­fas­sen fünf in­ein­an­der ver­schränk­te An­wen­dungs­fel­der. Da­bei bil­det eHe­alth den Ober­be­griff für ein brei­tes Spek­trum von IKT-ge­stütz­ten elek­tro­ni­schen An­wen­dun­gen im Ge­sund­heits­we­sen:

  • Ge­sund­heits­te­le­ma­tik
    Orts- und ein­rich­tungs­un­ab­hän­gi­ge me­di­zi­ni­sche IKT- An­wen­dun­gen
  • Te­le­me­di­zin
    Au­dio­vi­su­el­le Kom­mu­ni­ka­ti­ons­tech­no­lo­gi­en (z. B. für Dia­gnos­tik, Kon­sul­ta­ti­on und me­di­zi­ni­sche Not­fall­diens­te)
  • mHe­alth
    Nut­zung mo­bi­ler End­ge­rä­te in der Ge­sund­heits­ver­sor­gung und Prä­ven­ti­on
  • Am­bi­ent As­sis­ted Li­ving
    Nut­zung tech­ni­scher As­sis­tenz­sys­te­me im häus­li­chen Um­feld, z. B. zur Un­ter­stüt­zung von kör­per­lich ein­ge­schränk­ten Per­so­nen

 

 

In al­len die­sen Be­rei­chen be­stehen zu­dem Po­ten­zia­le für Big-Da­ta- und KI-An­wen­dun­gen, die die Ge­sund­heits­wirt­schaft ins­ge­samt re­vo­lu­tio­nie­ren kön­nen.

In der Pfle­ge kön­nen die­se Sys­te­me da­zu bei­tra­gen, den Ver­bleib von Pa­ti­en­ten in der ei­ge­nen Woh­nung so lan­ge wie mög­lich zu rea­li­sie­ren und da­mit die Pfle­ge ef­fi­zi­en­ter und trotz­dem im Sin­ne der Pa­ti­en­ten zu ge­stal­ten. Die im­mer stär­ke­re Nut­zung di­gi­ta­ler Tech­no­lo­gi­en wird Ar­beits­wei­sen, Pro­zes­se und Pro­duk­te im Ge­sund­heits­we­sen grund­le­gend ver­än­dern und Trei­ber für wei­te­re Neue­run­gen sein.

Bio­tech
Im Bio­tech-Be­reich spielt die so­ge­nann­te ro­te Bio­tech­no­lo­gie ei­ne ent­schei­den­de Rol­le. Als ent­schei­den­der Durch­bruch gilt die Ent­wick­lung der CRIS­PR/Cas9-Me­tho­de im Jahr 2012, die es in Kom­bi­na­ti­on mit mo­der­nen Ana­ly­se- und Da­ten­aus­wer­tungs­me­tho­den er­mög­licht, DNA-Bau­stei­ne im Erb­gut zu ver­än­dern. Auch im Be­reich bio­tech­no­lo­gi­scher Me­di­ka­men­te zur Be­hand­lung von Au­to­im­mun­er­kran­kun­gen, im Ein­satz von Bio­mar­kern in der Krebs­the­ra­pie oder im Tis­sue En­gi­nee­ring, das die Er­zeu­gung künst­li­cher Or­ga­ne zum Ziel hat, lie­gen enor­me Chan­cen. Da­bei zielt Bio­tech dar­auf ab, Arz­nei­mit­tel und Be­hand­lungs­for­men für be­stimm­te Grup­pen von Pa­ti­en­ten (stra­ti­fi­zier­te Me­di­zin) oder ein­zel­ne Per­so­nen (in­di­vi­dua­li­sier­te bzw. per­so­na­li­sier­te Me­di­zin) zu ent­wi­ckeln.

Na­no­tech­no­lo­gie
Dar­über hin­aus wer­den zu­künf­ti­ge In­no­va­tio­nen auch aus dem Be­reich der me­di­zi­ni­schen Na­no­tech­no­lo­gie er­war­tet. Win­zi­ge Par­ti­kel wer­den u. a. in Me­di­ka­men­ten und Im­plan­ta­ten so­wie zur Dia­gno­se und The­ra­pie ein­ge­setzt. Da­bei kann bei Me­di­ka­men­ten die Wirk­sam­keit er­höht oder die Do­sie­rung op­ti­miert wer­den, im Be­reich der Dia­gnos­tik kön­nen ver­schie­de­ne la­bor­dia­gnos­ti­sche Ver­fah­ren auf ei­nem klei­nen Chip un­ter­ge­bracht wer­den. Na­no­struk­tu­rier­te Ober­flä­chen füh­ren da­zu, dass sich bio­lo­gi­sches und künst­li­ches Ma­te­ri­al bes­ser ver­bin­den und Bak­te­ri­en bes­ser be­kämpft wer­den kön­nen.

Phar­ma
Auch im Phar­ma-Be­reich sind die An­wen­dungs­fel­der viel­fäl­tig. Da­zu ge­hö­ren die Ent­wick­lung neu­er Wirk­stof­fe und Me­di­ka­men­te so­wie die Aus­wer­tung und Nut­zung ge­sund­heits­be­zo­ge­ner Da­ten und der Ein­satz di­gi­ta­ler Tech­no­lo­gi­en bei Fer­ti­gungs­pro­zes­sen und der Arz­nei­mit­tel­zu­las­sung.

In der stra­ti­fi­zier­ten und per­so­na­li­sier­ten Me­di­zin liegt enor­mes Po­ten­zi­al. Bis­lang wur­de an­ge­nom­men, dass iden­ti­sche Krank­hei­ten bei den be­trof­fe­nen Pa­ti­en­ten auf die­sel­ben Ur­sa­chen zu­rück­zu­füh­ren sind und da­her auch mit ei­ner ein­heit­li­chen The­ra­pie be­han­delt wer­den kön­nen. Fak­tisch kann aber die­sel­be Er­kran­kung bei ver­schie­de­nen Pa­ti­en­ten un­ter­schied­li­che Ur­sa­chen ha­ben und auch Me­di­ka­men­te kön­nen bei ver­schie­de­nen Pa­ti­en­ten un­ter­schied­lich wir­ken. So wird bei der stra­ti­fi­zier­ten Me­di­zin zu­nächst ei­ne Grup­pe von Pa­ti­en­ten iden­ti­fi­ziert, die hin­sicht­lich ih­rer Er­kran­kung, ih­res Er­kran­kungs­ri­si­kos oder in Be­zug auf ihr An­spre­chen auf ein be­stimm­tes Me­di­ka­ment gleich ist. Die­ser Grup­pe wird nun im Rah­men der stra­ti­fi­zier­ten Me­di­zin ei­ne Be­hand­lung an­ge­bo­ten, die mög­lichst ide­al auf die Cha­rak­te­ris­ti­ka die­ser Pa­ti­en­ten­grup­pe ab­ge­stimmt ist. Die per­so­na­li­sier­te Me­di­zin führt die­sen Schritt wei­ter und ent­wi­ckelt für den ein­zel­nen Pa­ti­en­ten maß­ge­schnei­der­te, pass­ge­naue Arz­nei­mit­tel und Be­hand­lungs­me­tho­den. Durch die Be­rück­sich­ti­gung der je­wei­li­gen Ge­no­ty­pen, Le­bens­sti­le und me­di­zi­ni­schen Vor­ge­schich­ten kön­nen The­ra­pi­en ent­wi­ckelt wer­den, die mit ho­her Wahr­schein­lich­keit wirk­sam und mög­lichst ne­ben­wir­kungs­frei sind.

Me­di­zin­tech­nik
Ei­ne wei­te­re Schlüs­sel­tech­no­lo­gie mit enor­mem Po­ten­zi­al ist die Me­di­zin­tech­nik. Ein be­son­ders wich­ti­ges Feld ist die Ro­bo­tik. As­sis­tenz­ro­bo­ter oder Per­so­nen­lif­ter un­ter­stüt­zen Pfle­ge­kräf­te und Ärz­te schon heu­te, lang­fris­tig ist auch denk­bar, dass Ro­bo­ter künf­tig nicht nur tech­ni­sche Hil­fe­stel­lung leis­ten, son­dern auch bei so­zia­len Auf­ga­ben er­gän­zend zum Ein­satz kom­men. Im Ope­ra­ti­ons­saal kom­men ro­bo­ti­sche As­sis­tenz­sys­te­me z. B. bei mi­ni­mal­in­va­si­ven Ein­grif­fen zum Ein­satz, bei de­nen äu­ßerst klei­ne Schnit­te in höchs­ter Prä­zi­si­on aus­ge­führt wer­den müs­sen.

Bild­ge­ben­de Ver­fah­ren
Ein wei­te­rer Schwer­punkt liegt im Be­reich der bild­ge­ben­den Ver­fah­ren. Durch die fort­schrei­ten­de Di­gi­ta­li­sie­rung ist es mitt­ler­wei­le mög­lich, ex­ak­te 3-D-Mo­del­le in Echt­zeit zu er­rech­nen und mit rea­len Bil­dern zu über­la­gern. Das er­öff­net Chir­ur­gen für die Pla­nung und Durch­füh­rung von Ope­ra­tio­nen völ­lig neue Mög­lich­kei­ten. In die­sem Zu­sam­men­hang spielt auch die Nut­zung von Big Da­ta und künst­li­cher In­tel­li­genz ei­ne we­sent­li­che Rol­le. Sie ver­spricht ei­ne Op­ti­mie­rung der kli­ni­schen For­schung, bei­spiels­wei­se bei neu­en The­ra­pie­an­sät­zen (z. B. Ge­nom­se­quen­zie­rung, Stoff­wech­sel­pro­zes­se in der Krebs­the­ra­pie) oder mit­tels Un­ter­stüt­zung durch di­gi­ta­le As­sis­tenz­sys­te­me bei Dia­gno­se und Ent­schei­dungs­fin­dung (z. B. Ana­ly­se/In­ter­pre­ta­ti­on der Da­ten aus bild­ge­ben­den Ver­fah­ren).

Im­plan­ta­te
Zu­neh­men­de Be­deu­tung ge­win­nen auch so­ge­nann­te ther­a­nos­ti­sche oder in­tel­li­gen­te Im­plan­ta­te. Die­se er­fas­sen Vi­tal­pa­ra­me­ter und lei­ten auf de­ren Grund­la­ge the­ra­peu­ti­sche Maß­nah­men ein oder über­tra­gen die Wer­te nach au­ßen an ein Emp­fangs­ge­rät.

 

Ins­ge­samt ist das größ­te Po­ten­zi­al im Be­reich der Di­gi­ta­li­sie­rung zu se­hen, die er­heb­li­che Ef­fi­zi­enz­ge­win­ne und qua­li­ta­ti­ve Ver­bes­se­run­gen er­mög­licht. Die Ver­füg­bar­keit und Nut­zung von Da­ten ist da­bei der ent­schei­den­de Dreh- und An­gel­punkt.

Ers­te Vor­aus­set­zung da­für ist ei­ne elek­tro­ni­sche Ge­sund­heits- oder Pa­ti­en­ten­ak­te, die es er­mög­licht, für je­den Men­schen ein in­di­vi­du­el­les Ge­sund­heits­pro­fil an­zu­le­gen. Da­durch er­ge­ben sich neue Mög­lich­kei­ten der Prä­ven­ti­on und The­ra­pie. Gleich­zei­tig kön­nen Pro­zes­se op­ti­miert, Zeit­plä­ne über­wacht und Ter­mi­ne kon­trol­liert wer­den.

Denk­bar ist ei­ne sek­tor- und fall­über­grei­fen­de Da­ten­bank, in die die Ak­teu­re des Ge­sund­heits­we­sens me­di­zi­ni­sche Da­ten pa­ti­en­ten­be­zo­gen ein­pfle­gen kön­nen. Durch den ver­bes­ser­ten In­for­ma­ti­ons­fluss zwi­schen al­len be­tei­lig­ten Ak­teu­ren kön­nen Be­hand­lungs­feh­ler mi­ni­miert und die Qua­li­tät der Ver­sor­gung ins­ge­samt ge­stei­gert wer­den. Die Ein­füh­rung ei­ner kas­sen­über­grei­fen­den elek­tro­ni­schen Pa­ti­en­ten­ak­te wird ge­gen­wär­tig in Bay­ern im Rah­men ei­nes Mo­dell­pro­jekts er­probt. In der elek­tro­ni­schen Pa­ti­en­ten­ak­te „Mei­ne Ge­sund­heits­ak­te Di­gi­tal“ wer­den u. a. Not­fall­da­ten, Mut­ter­pass, In­for­ma­tio­nen aus Fit­ness­arm­bän­dern und Kran­ken­häu­sern ge­spei­chert.

Der Ko­ali­ti­ons­ver­trag der neu­en Bun­des­re­gie­rung sieht die Ein­füh­rung ei­ner di­gi­ta­len Pa­ti­en­ten­ak­te auf Bun­des­ebe­ne bis 2021 vor. Mit dem In­kraft­tre­ten des eHe­alth-Ge­set­zes am 1. Ja­nu­ar 2016 wur­den die Rah­men­be­din­gun­gen da­für be­reits ge­schaf­fen. Ziel des Ge­set­zes ist es, Ärz­ten, Kran­ken­häu­sern und Apo­the­ken die Mög­lich­keit zu ge­ben, in si­che­rer, struk­tu­rier­ter und me­di­en­bruch­frei­er Wei­se me­di­zi­ni­sche In­for­ma­tio­nen ih­rer Pa­ti­en­ten an wei­ter­be­han­deln­de Kol­le­gen elek­tro­nisch zu über­mit­teln.

Ge­sund­heit als Wirt­schafts­fak­tor in Deutsch­land und Bay­ern

Die deut­sche Ge­sund­heits­wirt­schaft im en­ge­ren Sinn (Ge­sund­heits- und So­zi­al­we­sen, Han­del und Trans­port – vor al­lem Groß­han­del mit Ge­sund­heits­pro­duk­ten, Fach- und Ein­zel­han­del, Apo­the­ken, Kran­ken­fahr­ten, in­dus­tri­el­le Ge­sund­heits­wirt­schaft, Kran­ken­ver­si­che­rung und Ver­wal­tung) ge­ne­rier­te im Jahr 2016 mehr als 259 Mil­li­ar­den Eu­ro an Wert­schöp­fung. Das ent­spricht 10,1 Pro­zent der ge­samt­wirt­schaft­li­chen Brut­to­wert­schöp­fung.

In Bay­ern wa­ren es 37,5 Mil­li­ar­den Eu­ro, was ei­nem An­teil von 8,0 Pro­zent an der baye­ri­schen Ge­samt­wirt­schaft ent­spricht. Die ge­rin­ge­re re­la­ti­ve Be­deu­tung der Ge­sund­heits­wirt­schaft in Bay­ern ist vor al­lem dar­auf zu­rück­zu­füh­ren, dass die Ge­sund­heits­wirt­schaft größ­ten­teils aus Dienst­leis­tun­gen be­steht und der Dienst­leis­tungs­sek­tor in Bay­ern ins­ge­samt ei­ne ge­rin­ge­re Rol­le spielt als in Deutsch­land, wo­hin­ge­gen in Bay­ern der In­dus­trie­sek­tor be­son­ders stark aus­ge­prägt ist.

 

 

Auch in Be­zug auf die Er­werbs­tä­ti­gen hat die Be­deu­tung der Ge­sund­heits­wirt­schaft zu­ge­nom­men. So ist die Zahl der Er­werbs­tä­ti­gen zwi­schen 2000 und 2016 in Deutsch­land von 4,7 auf knapp 5,9 Mil­lio­nen Per­so­nen an­ge­stie­gen. In Bay­ern be­trägt die Zahl der Er­werbs­tä­ti­gen in der Ge­sund­heits­wirt­schaft 2016 knapp 900.000. Dies ent­spricht ei­nem An­teil an der baye­ri­schen Ge­sam­ter­werbs­tä­ti­gen­zahl von 12,1 Pro­zent. In Deutsch­land liegt der An­teil bei 13,5 Pro­zent. Bis 2045 ist mit ei­nem wei­te­ren An­stieg auf 15,2 Pro­zent zu rech­nen, in Bay­ern steigt der Wert auf 13,1 Pro­zent. Ins­ge­samt ist das pro­gnos­ti­zier­te Wachs­tum der Ge­sund­heits­wirt­schaft je­doch kein Selbst­läu­fer. Be­son­ders der Teil­be­reich der in­dus­tri­el­len Ge­sund­heits­wirt­schaft wird nur dann na­tio­nal wie in­ter­na­tio­nal Er­folg ha­ben, wenn die Un­ter­neh­men at­trak­ti­ve Pro­duk­te und pas­sen­de Lö­sun­gen an­bie­ten, die künf­tig ver­stärkt nach­ge­fragt wer­den.

Auch der so­ge­nann­te „Zwei­te Ge­sund­heits­markt“ bie­tet gro­ßes Po­ten­zi­al. Er um­fasst al­le ge­sund­heits­re­le­van­ten Wa­ren und Dienst­leis­tun­gen, die aus pri­va­ten Kon­sum­aus­ga­ben fi­nan­ziert wer­den, al­so die Be­rei­che Fit­ness und Well­ness, Ge­sund­heits­tou­ris­mus und ge­sund­heits­be­zo­ge­ne Me­di­en. Die Grö­ße und da­mit die volks­wirt­schaft­li­che Be­deu­tung des Zwei­ten Ge­sund­heits­markts lässt sich nur schwer quan­ti­fi­zie­ren, es wird je­doch an­ge­nom­men, dass rund ein Vier­tel der ge­sund­heits­be­zo­ge­nen Kon­sum­aus­ga­ben auf den Zwei­ten Ge­sund­heits­markt ent­fal­len. Das ent­spricht ei­nem Wert von ca. 110 Mil­li­ar­den Eu­ro.

 

For­schung und Ent­wick­lung in Deutsch­land und Bay­ern

Die Ge­sund­heits­wirt­schaft spielt nicht nur für Wert­schöp­fung und Be­schäf­ti­gung ei­ne wich­ti­ge Rol­le, sie ist auch aus­schlag­ge­bend für den hei­mi­schen For­schungs- und Ent­wick­lungs­stand­ort. Da­bei zeich­net sich vor al­lem die in­dus­tri­el­le Ge­sund­heits­wirt­schaft durch ei­ne ho­he In­no­va­ti­ons­dy­na­mik mit ent­spre­chen­den For­schungs- und Ent­wick­lungs­aus­ga­ben aus.

Be­son­ders die Wirt­schafts­zwei­ge phar­ma­zeu­ti­sche Er­zeug­nis­se und elek­tro­me­di­zi­ni­sche Ge­rä­te wei­sen ei­ne ho­he For­schungs­in­ten­si­tät auf. Im Be­reich der bild­ge­ben­den Dia­gnos­tik steht Bay­ern im glo­ba­len Ver­gleich an der Spit­ze. Im Be­reich Phar­ma gin­gen die For­schungs­auf­wen­dun­gen in Deutsch­land und Bay­ern in den letz­ten Jah­ren al­ler­dings zu­rück, ob­wohl die hei­mi­schen An­bie­ter ih­ren der­zeit ho­hen Welt­ex­port­an­teil nur durch die Ein­füh­rung neu­er Wirk­stof­fe wer­den hal­ten kön­nen. Die Mehr­heit der Pro­duk­te hei­mi­scher Un­ter­neh­men be­ruht auf be­währ­ten Wirk­stof­fen, für die der Pa­tent­schutz be­reits ab­ge­lau­fen ist oder in ab­seh­ba­rer Zeit ab­läuft. So­bald der Pa­tent­schutz ab­ge­lau­fen ist, sinkt in der Re­gel der Preis für den ent­spre­chen­den Wirk­stoff deut­lich. In den ver­gan­ge­nen zehn Jah­ren be­trug der An­teil Deutsch­lands an den welt­weit 318 neu zu­ge­las­se­nen Wirk­stof­fen rund 8,5 Pro­zent (ent­spricht 27 Wirk­stof­fen), je­doch mit ab­neh­men­der Ten­denz. Zwi­schen 2008 und 2012 ka­men 11,3 Pro­zent der Wirk­stof­fe aus Deutsch­land. Zwi­schen 2013 und 2017 nahm der deut­sche An­teil auf 6,5 Pro­zent ab. Wer­den nur Wirk­stof­fe von Un­ter­neh­men mit Haupt­sitz in Deutsch­land be­trach­tet, be­trägt der An­teil Deutsch­lands in den letz­ten zehn Jah­ren le­dig­lich 5,7 Pro­zent.* Trotz­dem wer­den in Bay­ern in der Phar­ma­for­schung jähr­lich über 300 Mil­lio­nen Eu­ro auf­ge­wen­det und rund 1.600 Men­schen be­schäf­tigt.

In Be­zug auf die For­schungs- und Ent­wick­lungs­auf­wen­dun­gen ist Bay­ern im Wirt­schafts­zweig DV-Ge­rä­te, Elek­tro­nik, Op­tik mit ei­nem An­teil von rund 40 Pro­zent an den ent­spre­chen­den F+E-Auf­wen­dun­gen füh­rend. Auch der An­teil Bay­erns im Wirt­schafts­be­reich wis­sen­schaft­li­che For­schung und Ent­wick­lung ist mit 26 Pro­zent sehr hoch.

 

 

Im in­ter­na­tio­na­len Ver­gleich liegt Deutsch­land in Be­zug auf sei­ne F+E Aus­ga­ben hin­ter den Ver­ei­nig­ten Staa­ten, Chi­na und Ja­pan. Auch bei den welt­wei­ten An­mel­dun­gen für geis­ti­ges Ei­gen­tum (wie et­wa Pa­ten­te), die ei­ne be­last­ba­re Aus­kunft dar­über ge­ben, wo In­no­va­tio­nen statt­fin­den, zeigt sich ei­ne Ver­schie­bung Rich­tung Asi­en. Ins­be­son­de­re Ost­asi­en mit Ja­pan, Chi­na und Süd­ko­rea bil­det ei­nen im­mer wich­ti­ge­ren In­no­va­ti­ons­stand­ort mit enor­mer glo­ba­ler Aus­strah­lungs­kraft für die in­dus­tri­el­le Ge­sund­heits­wirt­schaft. Bay­ern trägt mit An­teils­wer­ten zwi­schen 16 und 18 Pro­zent der an­ge­mel­de­ten Pa­ten­te maß­geb­lich zur ge­samt­deut­schen Pa­tent­tä­tig­keit bei. In an­de­ren Be­rei­chen – et­wa im Fahr­zeug- oder Ma­schi­nen­bau –  ist die baye­ri­sche Po­si­ti­on je­doch noch deut­lich stär­ker.

 

 

Ei­ne tra­di­tio­nel­le Stär­ke deut­scher Un­ter­neh­men liegt dar­in, in For­schung und Ent­wick­lung ge­won­ne­ne Er­kennt­nis­se in Pro­duk­te und da­mit Markt­er­fol­ge um­zu­set­zen. Ex­port­da­ten, die den Er­folg der ein­zel­nen Län­der im Wett­be­werb auf dem Welt­markt zei­gen, ge­ben dar­über Auf­schluss. So konn­te Deutsch­land sei­nen Welt­markt­an­teil im Be­reich der in­dus­tri­el­len Ge­sund­heits­wirt­schaft seit 2010 sta­bil bei 15 Pro­zent hal­ten. Be­son­ders hoch ist der An­teil bei den Elek­tro­dia­gno­se­ap­pa­ra­ten und -ge­rä­ten, für den Bay­ern zu mehr als 50 Pro­zent ver­ant­wort­lich ist. Da­mit steht ins­be­son­de­re Bay­ern für den in die­sem Be­reich er­freu­lich ho­hen deut­schen Welt­markt­an­teil. Der Be­reich phar­ma­zeu­ti­sche Er­zeug­nis­se spielt in Bay­ern bei der Aus­fuhr – wie auch be­reits bei der Pa­tent­tä­tig­keit – hin­ge­gen ei­ne we­ni­ger wich­ti­ge Rol­le.

 

Chan­cen für Un­ter­neh­men und Hemm­nis­se

Deutsch­land und Bay­ern gel­ten für den Groß­teil der im Ge­sund­heits­we­sen tä­ti­gen Un­ter­neh­men als at­trak­ti­ve Stand­or­te. Ein gro­ßer Bin­nen­markt, ho­her tech­ni­scher Stan­dard und Au­to­ma­ti­sie­rungs­grad, der ho­he Aus­bil­dungs­stan­dard, v. a. in tech­ni­schen Be­ru­fen, und die Viel­zahl von För­der­pro­gram­men zäh­len zu den Stär­ken.

Hemm­nis­se für den Ein­satz neu­er Tech­no­lo­gi­en und Ver­fah­ren er­ge­ben sich un­ter an­de­rem aus der zu ge­rin­gen Ver­füg­bar­keit von Da­ten, un­ter an­de­rem we­gen Da­ten­schutz­be­den­ken. Auch die Er­stat­tungs­fä­hig­keit kann sich als ent­schei­den­de Hür­de er­wei­sen, weil et­wa bei den der­zei­ti­gen Ver­fah­ren zur Nut­zen­be­wer­tung mit­tel- und lang­fris­ti­ge Er­fol­ge von In­no­va­tio­nen nicht ad­äquat er­fasst wer­den.

Für Un­ter­neh­men lei­ten sich Ge­schäfts­chan­cen zum Groß­teil aus der zu­künf­ti­gen Um­satz­ent­wick­lung des ent­spre­chen­den Teil­be­reichs der Ge­sund­heits­wirt­schaft ab. Die zu­ge­hö­ri­gen Pro­gno­sen ge­ben ei­nen ers­ten Hin­weis dar­auf, wo mit ei­nem zu­künf­ti­gen Um­satz­zu­wachs ge­rech­net wer­den kann, sind al­ler­dings mit Un­si­cher­hei­ten be­haf­tet.

In der in­dus­tri­el­len Ge­sund­heits­wirt­schaft sind zahl­rei­che Un­ter­neh­men in For­schungs­ko­ope­ra­tio­nen und Netz­wer­ke ein­ge­bun­den. Dar­über hin­aus fin­den sie über­wie­gend güns­ti­ge Stand­ort­fak­to­ren vor. Zu­sam­men mit den oben dar­ge­stell­ten tech­no­lo­gi­schen Trends er­öff­net sich für die in­dus­tri­el­le Ge­sund­heits­wirt­schaft ein gro­ßes Po­ten­zi­al. Vor al­lem der Be­reich der di­gi­ta­len Ge­sund­heits­wirt­schaft ge­winnt zu­neh­mend an Re­le­vanz. So stel­len Am­bi­ent As­sis­ted Li­ving und tech­ni­sche As­sis­tenz­sys­te­me ei­nen wach­sen­den Ab­satz­markt dar.

 

 

In den Be­rei­chen Bio­tech und Phar­ma so­wie der Na­no­tech­no­lo­gie lie­gen die Po­ten­zia­le in ers­ter Li­nie in der stra­ti­fi­zier­ten und per­so­na­li­sier­ten Me­di­zin. In­no­va­ti­ve Arz­nei­mit­tel mit ei­ner hö­he­ren Wirk­sam­keit, ei­ner op­ti­mier­ten Do­sie­rung so­wie ziel­ge­nau­em Wirk­stoff­trans­port ver­spre­chen neue Markt­chan­cen. Glei­ches gilt für die Di­gi­ta­li­sie­rung. Po­ten­zi­al liegt hier vor al­lem in der Nut­zung ge­sund­heits­be­zo­ge­ner Da­ten z. B. zur Vor­her­sa­ge von Arz­nei­mit­te­lun­ver­träg­lich­kei­ten. Hier pro­fi­tie­ren Un­ter­neh­men, die über Ex­per­ti­se im Be­reich Phar­ma und im Da­ta Mi­ning ver­fü­gen und so den eta­blier­ten Phar­ma­un­ter­neh­men den Markt strei­tig ma­chen kön­nen. Er­folg­reich ist hier un­ter an­de­rem das Un­ter­neh­men De­fi­ni­ens, weil es die­se ver­knüpf­te Ex­per­ti­se in die Ent­wick­lung von Bio­mar­kern ein­brin­gen kann.

Für die Me­di­zin­tech­nik er­ge­ben sich wirt­schaft­li­che Chan­cen vor al­lem in Be­zug auf die fort­schrei­ten­de Al­te­rung der Ge­sell­schaft. Hier spielt die be­reits er­wähn­te Ro­bo­tik ei­ne wich­ti­ge Rol­le. Aber auch an den Schnitt­stel­len zwi­schen den Tech­no­lo­gi­en ent­ste­hen vie­le re­le­van­te Neue­run­gen, bei­spiels­wei­se an der Schnitt­stel­le Me­di­zin­tech­no­lo­gie – Na­no­tech­no­lo­gie. Viel­ver­spre­chen­de An­sät­ze fin­den sich im Be­reich der Na­no­drugs (phar­ma­ko­lo­gi­sche Sub­stan­zen in na­nos­ka­li­ger Dar­rei­chung), Na­no­bots (au­to­no­me Ro­bo­ter im Kleinst­for­mat, z. B. für die Be­sei­ti­gung von Krank­heits­her­den) und Na­no­mem­bra­nes (z. B. für Dia­ly­se­ver­fah­ren). Dar­über hin­aus wird auch die War­tung und Re­pa­ra­tur ei­ner ste­tig kom­ple­xer wer­den­den Me­di­zin­tech­nik wei­te­re Ge­schäfts­chan­cen er­öff­nen.

Im nicht in­dus­tri­el­len Sek­tor der Ge­sund­heits­wirt­schaft, der in ers­ter Li­nie Kran­ken­häu­ser, Pfle­ge­ein­rich­tun­gen, den Han­del mit Ge­sund­heits­pro­duk­ten, Kran­ken­ver­si­che­run­gen und den zwei­ten Ge­sund­heits­markt um­fasst, lie­gen die Po­ten­zia­le über­wie­gend im Be­reich der In­for­ma­ti­ons- und Kom­mu­ni­ka­ti­ons­tech­no­lo­gie so­wie der Di­gi­ta­li­sie­rung. Vor al­lem Soft­ware-Un­ter­neh­men kön­nen in die­sem Be­reich Fuß fas­sen, denn vie­le Ak­teu­re der nicht in­dus­tri­el­len Ge­sund­heits­wirt­schaft be­fin­den sich erst im An­fangs­sta­di­um der di­gi­ta­len Trans­for­ma­ti­on. Ver­bes­se­rungs­po­ten­zia­le be­fin­den sich haupt­säch­lich bei der Pro­zess­steue­rung zwi­schen den Schnitt­stel­len der Leis­tungs­sek­to­ren, da­ne­ben aber auch in Kran­ken­häu­sern und Arzt­pra­xen selbst.

Auch der Be­reich der Kran­ken­ver­si­che­rung wird sich durch die Di­gi­ta­li­sie­rung tief grei­fend ver­än­dern. Da­zu zäh­len u. a. die mit zu­neh­men­der Da­ten­nut­zung und -aus­wer­tung deut­lich bes­se­ren Mög­lich­kei­ten zur Ri­si­ko­be­wer­tung für den Ver­si­che­rer.  Da­mit ver­bun­den ist die Chan­ce, im Be­reich der PKV bzw. der pri­va­ten Zu­satz­ver­si­che­rung zu­neh­mend in­di­vi­du­el­le­re Ta­ri­fe an­bie­ten zu kön­nen. Auch die in­ter­nen Ge­schäfts­ab­läu­fe und der Kun­den­kon­takt kön­nen mit dem Ein­satz di­gi­ta­ler Tech­no­lo­gi­en ef­fi­zi­en­ter und at­trak­ti­ver aus­ge­stal­tet wer­den. (vgl. vbw Stu­die Di­gi­ta­li­sie­rung im Ver­si­che­rungs­we­sen).

In ei­nem Flä­chen­land wie Bay­ern und vor dem Hin­ter­grund des de­mo­gra­fi­schen Wan­dels ist die Te­le­me­di­zin ein wei­te­rer Be­reich mit Wachs­tums­chan­cen für Un­ter­neh­men. Der Ärz­te­man­gel, vor al­lem im länd­li­chen Raum, wird die Nach­fra­ge nach Vi­deo­sprech­stun­den oder ei­nem Mo­ni­to­ring von me­di­zi­ni­schen Pa­ra­me­tern im häus­li­chen Um­feld deut­lich er­hö­hen. Auch der Be­reich mHe­alth pro­fi­tiert von die­sen Rah­men­be­din­gun­gen. Weara­bles, die z. B. Puls, Sau­er­stoff­sät­ti­gung oder Tem­pe­ra­tur mes­sen, wer­den im­mer häu­fi­ger ein­ge­setzt und bei­spiel­wei­se bei Sport­lern auch oh­ne me­di­zi­ni­sche In­di­ka­ti­on im­mer be­lieb­ter. Be­son­ders Un­ter­neh­men, die so­wohl die not­we­ni­ge Soft- als auch Hard­ware zur Ver­fü­gung stel­len, er­öff­nen sich hier gro­ße Markt­chan­cen. Das gilt um­so mehr, so­bald die Nut­zung der Da­ten für ei­nen ech­ten the­ra­peu­ti­schen oder dia­gnos­ti­schen Zweck er­mög­licht wird.

 

Ne­ben Stär­ken und Chan­cen gibt es auch ein enor­mes Ver­bes­se­rungs­po­ten­zi­al. So dau­ern Zu­las­sungs­ver­fah­ren in der Me­di­ka­men­ten­ent­wick­lung in Deutsch­land ver­gleichs­wei­se lan­ge, In­no­va­tio­nen wer­den nicht aus­rei­chend be­lohnt und re­gu­la­to­ri­sche Vor­schrif­ten be­deu­ten ei­nen er­heb­li­chen Mehr­auf­wand für Un­ter­neh­men.

Ei­ne ent­schei­den­de Vor­aus­set­zung für ei­ne er­folg­rei­che di­gi­ta­le Ge­sund­heits­wirt­schaft ist ei­ne leis­tungs­fä­hi­ge In­fra­struk­tur. Deutsch­land liegt hier teil­wei­se nur im Mit­tel­feld. Noch nicht flä­chen­de­ckend ver­füg­ba­re hoch­leis­tungs­fä­hi­ge di­gi­ta­le Net­ze brem­sen For­schungs­ein­rich­tun­gen und Un­ter­neh­men in ih­ren Mög­lich­kei­ten, die Po­ten­zia­le der ver­füg­ba­ren Tech­no­lo­gi­en aus­zu­schöp­fen. Auch Da­ten­schutz­be­den­ken sind ein Hin­der­nis für in­no­va­ti­ve For­schung und An­wen­dun­gen im Be­reich der In­for­ma­ti­ons- und Kom­mu­ni­ka­ti­ons­tech­no­lo­gi­en. Für Spit­zen­for­schung er­for­der­li­che In­fra­struk­tu­ren wie z. B. La­bo­re sind nicht auf dem neu­es­ten tech­ni­schen Stand oder nicht in aus­rei­chen­der An­zahl ver­füg­bar.

Dar­über hin­aus wird es für ein in­no­va­ti­ves Ge­sund­heits­we­sen ent­schei­dend sein, die ver­schie­de­nen tech­no­lo­gi­schen Trends über die un­ter­schied­li­chen An­wen­dungs­fel­der und For­schungs­be­rei­che hin­weg mit­ein­an­der zu ver­knüp­fen und Mög­lich­kei­ten zur Ver­net­zung und zum Aus­tausch zu schaf­fen.