Zu­kunfts­fel­der und Schlüs­sel­an­wen­dun­gen

Um tech­no­lo­gi­schen Fort­schritt für den Men­schen zu nut­zen und in Wert­schöp­fung am Stand­ort um­zu­set­zen, ist ein kla­res Ziel­bild not­wen­dig: Wo wol­len wir in fünf bis zehn Jah­ren ste­hen? Was sind da­her die für den Stand­ort re­le­van­tes­ten tech­no­lo­gi­schen Zu­kunfts­fel­der? Wel­che Kom­pe­ten­zen wer­den da­für be­nö­tigt, ins­be­son­de­re für die je­wei­li­gen Schlüs­sel­an­wen­dun­gen, und wel­che Rah­men­be­din­gun­gen sind er­for­der­lich? Auf die­ser Ba­sis kann der Hand­lungs­be­darf kla­rer de­fi­niert wer­den. Aus­gangs­punkt ist ei­ne Ana­ly­se der heu­ti­gen Stär­ken und Schwä­chen.

 

De­fi­ni­ti­on zen­tra­ler Be­grif­fe

Die­se wer­den nach ih­rem An­teil am Ex­port­vo­lu­men de­fi­niert. Für Bay­ern sind das:

  • Kraft­wa­gen­bau
  • Ma­schi­nen­bau
  • Me­di­zin-, Mess- und Steue­rungs­tech­nik
  • Ge­rä­te zur Elek­tri­zi­täts­er­zeu­gung
  • Che­mie

Es müs­sen min­des­tens drei der fol­gen­den vier Punk­te er­füllt sein:

  • Er­heb­li­ches welt­wei­tes Wachs­tums­po­ten­zi­al
  • An­knüp­fen an vor­han­de­ne Kom­pe­ten­zen (For­schung, Un­ter­neh­men)
  • Gro­ßes Po­ten­zi­al für min­des­tens ei­ne der stärks­ten Bran­chen am Stand­ort
  • Bei­trag zur Lö­sung ei­ner zen­tra­len Her­aus­for­de­rung (z. B. de­mo­gra­fi­scher Wan­del und sei­ne Aus­wir­kun­gen, zu­kunfts­fä­hi­ge Or­ga­ni­sa­ti­on von Mo­bi­li­tät)

Ei­ne Schlüs­sel­an­wen­dung er­mög­licht in ei­nem tech­no­lo­gi­schen Zu­kunfts­feld we­sent­li­che Ver­än­de­run­gen (al­so mehr als nur in­kre­men­tel­le, nur schritt­wei­se auf dem Vor­han­de­nen auf­bau­en­de Fort­schrit­te) in min­des­tens ei­nem der fol­gen­den zwei Be­rei­che:

 
1. Markt Neue For­men der Wert­schöp­fung, Um­ge­stal­tung von Wert­schöp­fungs­ket­ten
2. Tech­nik Neue Pro­duk­te oder Sys­te­me durch Er­wei­te­rung des tech­nisch Mach­ba­ren
 


 

 

Die Zu­kunfts­fel­der in die­sem Sin­ne ent­spre­chen den­je­ni­gen, die für Bay­ern schon in der im Jahr 2015 für die Ar­beit des Zu­kunfts­rats er­stell­ten Stu­die Bay­erns Zu­kunfts­tech­no­lo­gi­en her­vor­ge­ho­ben wur­den.

 

  • In­for­ma­ti­ons- und Kom­mu­ni­ka­ti­ons­tech­no­lo­gi­en (IKT) und Di­gi­ta­li­sie­rung

  • Neue Werk­stof­fe und Ma­te­ria­li­en

  • Na­no­tech­no­lo­gi­en

  • Bio­tech­no­lo­gi­en

  • In­tel­li­gen­te Ver­kehrs­sys­te­me (IVS) und zu­künf­ti­ge Mo­bi­li­tät

  • En­er­gie­sys­te­me und En­er­gie(sys­tem)tech­no­lo­gi­en

  • In­dus­tri­el­le Pro­duk­ti­ons­tech­no­lo­gi­en

  • Ge­sund­heits­we­sen und Me­di­zin­tech­no­lo­gi­en

  • Er­näh­rung und Le­bens­mit­tel­tech­no­lo­gi­en

  • Luft- und Raum­fahrt­tech­no­lo­gi­en

IKT und Di­gi­ta­li­sie­rung, Neue Werk­stof­fe und Ma­te­ria­li­en so­wie die Bio- und Na­no­tech­no­lo­gi­en kön­nen als Quer­schnitts­tech­no­lo­gi­en an­ge­se­hen wer­den, da sie fast al­le Sek­to­ren und Be­rei­che durch­drin­gen und als Tech­no­lo­gie­trei­ber wir­ken. Wich­ti­ge Schlüs­sel­an­wen­dun­gen der Tech­no­lo­gie­fel­der zeigt die fol­gen­de Ab­bil­dung.

 

Quel­le: Pro­gnos / vbw 2019

Die tech­no­lo­gi­schen Ent­wick­lun­gen auf den baye­ri­schen Zu­kunfts­fel­dern be­ein­flus­sen sich wech­sel­sei­tig, wie ei­ne Pa­ten­ana­ly­se zeigt. Ins­be­son­de­re auf die Ent­wick­lun­gen in IKT und Di­gi­ta­li­sie­rung so­wie in­dus­tri­el­le Pro­duk­ti­ons­tech­no­lo­gi­en neh­men Er­fin­dun­gen aus na­he­zu al­len an­de­ren Be­rei­chen Bezug (vgl. Pas­si­v­in­dex in Ab­bil­dung un­ten).

 

 

Die Di­gi­ta­li­sie­rung zeigt sich al­so auch hier als ei­ner der zen­tra­len Trei­ber für an­de­re Tech­no­lo­gi­en. Dar­über hin­aus lässt sich mit der Pa­ten­t­ana­ly­se auch er­mit­teln, in wel­chem Maß Zu­kunfts­fel­der über­haupt auf die Ent­wick­lun­gen in an­de­ren Be­rei­chen zu­grei­fen (vgl. Ak­ti­v­in­dex in Ab­bil­dung oben). Hier ste­chen die Na­no­tech­no­lo­gi­en her­aus, die die meis­ten Be­zü­ge zu an­de­ren Zu­kunfts­fel­dern auf­wei­sen