Wei­te­re Er­folgs­fak­to­ren und Hemm­nis­se für die Im­ple­men­tie­rung und Dif­fu­si­on

Ei­ne Tech­no­lo­gie oder In­no­va­ti­on ist nur dann er­folg­reich, wenn sie von ei­ner Ge­sell­schaft ak­zep­tiert wird. Dies hat ei­nen we­sent­li­chen Ein­fluss auf die Nach­fra­ge und da­mit auf die Ab­satz­mög­lich­kei­ten von neu­en Pro­duk­ten oder auch Ge­schäfts­mo­del­len. Die Ak­zep­tanz wird da­bei be­ein­flusst

  • vom Ver­trau­en in die re­le­van­ten Sta­ke­hol­der und da­von wie trans­pa­rent die­se agie­ren,
  • von der Qua­li­tät und Ver­füg­bar­keit von In­for­ma­ti­on, z. B. in Be­zug auf Er­fah­run­gen von an­de­ren Nut­zern und An­wen­dern,
  • von der emp­fun­de­nen Kom­ple­xi­tät, die mög­lichst den Be­dürf­nis­sen und Fä­hig­kei­ten der Nut­zer ent­spre­chen soll­te,
  • vom per­sön­li­chen Nut­zen je­des Ein­zel­nen,
  • von der Nach­hal­tig­keit,
  • von der sub­jek­ti­ven Norm, die misst, ob das Um­feld ei­ner Per­son ei­ne Tech­no­lo­gie als gut oder schlecht an­sieht so­wie
  • vom Preis bzw. da­von ob Mehr­kos­ten ak­zep­tiert wer­den.

 

Gleich­zei­tig lie­gen Bar­rie­ren bei der Ver­brei­tung neu­er Tech­no­lo­gi­en in der Ge­sell­schaft in ers­ter Li­nie dann vor, wenn der per­sön­li­che Nut­zen un­klar ist oder nicht di­rekt er­lebt wer­den kann, ei­ne man­geln­de Da­ten­si­cher­heit be­fürch­tet wird oder so­gar Da­ten­schutz­ver­let­zun­gen vor­lie­gen, Ängs­te in Be­zug auf die neue Tech­no­lo­gie be­stehen, bei­spiels­wei­se vor Ar­beits­platz­ver­lust oder Über­wa­chung, oder ei­ne ge­ne­rel­le Ri­si­ko­aver­si­on oder kon­ser­va­ti­ve Hal­tung vor­liegt. Auch de­mo­gra­fi­sche Fak­to­ren kön­nen da­bei als Bar­rie­re wir­ken (z. B. Über­al­te­rung der Be­völ­ke­rung).

 

Es ist auch trotz brei­ter ge­sell­schaft­li­cher Ak­zep­tanz mög­lich, dass neue Tech­no­lo­gi­en nicht im­ple­men­tiert wer­den bzw. nicht dif­fun­die­ren. So kann ei­ne grund­sätz­lich be­für­wor­te­te Tech­no­lo­gie ge­mäß der NIM­BY-Hy­po­the­se auf Ab­leh­nung sto­ßen, wenn sie „vor der ei­ge­nen Haus­tür“ zur An­wen­dung kommt (z. B. Strom­tras­sen, Mo­bil­funk­mas­ten). Hier muss die Ge­sell­schaft ent­schei­den, ob All­ge­mein- vor Ein­zel­wohl steht und dann da­nach han­deln. Zur Stei­ge­rung der lo­ka­len Ak­zep­tanz kön­nen u. a. par­ti­zi­pa­ti­ve Maß­nah­men oder die De­zen­tra­li­sie­rung von Pla­nungs- und Ent­schei­dungs­pro­zes­sen bei­tra­gen.

Von der Po­li­tik wird vor al­lem die Schaf­fung in­no­va­ti­ons­freund­li­cher Rah­men­be­din­gun­gen so­wie ei­ne ziel­ge­rich­te­te Bil­dungs­po­li­tik er­war­tet (vgl. Ab­bil­dung).

 

In­fol­ge der Glo­ba­li­sie­rung ge­win­nen auch die Rah­men­be­din­gun­gen in an­de­ren Län­dern im­mer mehr an Be­deu­tung. Ins­ge­samt soll­ten staat­li­che Rah­men­be­din­gun­gen, die kon­kre­te Tech­no­lo­gi­en, An­wen­dun­gen oder Ge­schäfts­mo­del­le be­tref­fen, im We­sent­li­chen so aus­ge­stal­tet wer­den, dass sie die mehr­heit­li­che Ein­stel­lung der Be­völ­ke­rung zu die­sen Tech­no­lo­gi­en spie­geln. Wird je­doch ei­ne be­stimm­te Tech­no­lo­gie öf­fent­lich ge­för­dert, kann sich das un­ter­neh­me­ri­sche Ent­schei­dungs­kal­kül zu Un­guns­ten an­de­rer Tech­no­lo­gi­en ver­schie­ben (bat­te­rie­be­trie­be­ner Elek­tro­an­trieb vs. Was­ser­stoff­an­trieb). Wei­te­re ent­schei­den­de Fak­to­ren, die die Im­ple­men­tie­rung und Dif­fu­si­on auf Ebe­ne des Staa­tes be­ein­flus­sen, sind ne­ben der Re­gu­lie­rung die Fach­kräf­te­ver­füg­bar­keit so­wie die Fi­nan­zie­rungs­be­din­gun­gen.

 

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