Tech­no­lo­gi­schen Fort­schritt und Nach­hal­tig­keit ge­mein­sam vor­an­trei­ben

Vie­le neue An­wen­dun­gen er­leich­tern das Le­ben der Men­schen und stif­ten gro­ßen Nut­zen in der Ge­sell­schaft. Gleich­zei­tig steigt mit neu­en Tech­no­lo­gi­en oft auch der Be­darf an be­stimm­ten Res­sour­cen. Tech­no­lo­gie kann auch für die Be­wäl­ti­gung die­ser Fra­ge der Schlüs­sel sein, wenn die ent­spre­chen­den Lö­sun­gen mit­be­dacht wer­den.

Un­ter Be­rück­sich­ti­gung des deut­lich stei­gen­den Ab­sat­zes von In­dus­trie­ro­bo­tern in be­stehen­den An­wen­dungs­be­rei­chen und ih­res ab­seh­ba­ren groß­flä­chi­gen Ein­sat­zes in neu­en Märk­ten müs­sen auch ihr En­er­gie­ver­brauch und die Nach­hal­tig­keit be­rück­sich­tigt wer­den. Es wird ge­schätzt, dass die vor­han­de­nen 1,7 Mil­lio­nen In­dus­trie­ro­bo­ter im Jahr 2015 rund 271 PJ ver­braucht ha­ben. Für 2025 wird er­war­tet, dass die­se Zahl auf min­des­tens 1.079 PJ an­stei­gen wird, ba­sie­rend auf ei­ner sehr kon­ser­va­ti­ven Schät­zung von 6,5 Mil­lio­nen in­stal­lier­ten Ro­bo­tern. Die da­mit ver­bun­de­nen En­er­gie­kos­ten be­tra­gen ins­ge­samt ca. 3,2 Mil­li­ar­den Eu­ro bei durch­schnitt­li­chen Kos­ten von ca. 100 € /MWh. Die­se Zah­len be­le­gen den zu­künf­ti­gen Be­darf an nach­hal­ti­ge­ren in­tel­li­gen­ten Ro­bo­tern und au­to­no­men Sys­te­men, selbst bei ei­ner eher kon­ser­va­ti­ven An­nah­me des Markt­wachs­tums, wo­bei die der­zeit stark wach­sen­den mo­bi­len Sys­te­me und der Pri­vat­sek­tor noch nicht be­rück­sich­tigt sind. Ne­ben ho­her Per­form­anz und wirt­schaft­li­cher Ef­fi­zi­enz ist al­so durch die im­mer wei­te­re Ver­brei­tung in­tel­li­gen­ter Ro­bo­te­r­as­sis­ten­ten und an­de­rer KI-Sys­te­me die Ent­wick­lung von wirt­schaft­li­chen und en­er­gie­be­wuss­ten KI-Al­go­rith­men mit­samt ent­spre­chen­der ska­lier­ba­rer KI-In­fra­struk­tur ein Schlüs­sel für den High­tech-Wirt­schafts­stand­ort Bay­ern. Um die­sem Be­darf ge­recht zu wer­den, soll die Leucht­tur­mi­nitia­ti­ve „Green AI“ un­ter Fe­der­füh­rung der TUM, mit star­ker Be­tei­li­gung der Fraun­ho­fer-Ge­sell­schaft und for­tiss, in Ko­ope­ra­ti­on mit der baye­ri­schen Wirt­schaft und dem BIDT auf­ge­baut und aus­ge­rollt wer­den (Vgl. Ka­chel 02.3.2, Aus­klap­per 14).

Auf der Ebe­ne von En­er­gie­trans­port und -ver­tei­lung ge­winnt die Mo­der­ni­sie­rung der In­fra­struk­tur in Rich­tung sog. in­tel­li­gen­ter Net­ze (Smart Grids: dif­fe­ren­zier­te und in Tei­len selbst or­ga­ni­sier­te Steue­rung von ver­knüpf­ten En­er­gie­net­zen) in den nächs­ten Jah­ren wei­ter an Be­deu­tung. Ih­nen wird ei­ne wich­ti­ge Rol­le bei der Sta­bi­li­sie­rung und Aus­re­ge­lung von fluk­tu­ie­ren­der Ein­spei­sung bei er­neu­er­ba­ren En­er­gi­en, stei­gen­den Nach­fra­ge­spit­zen durch neue Ver­brau­cher und da­mit bei der Ak­ti­vie­rung von Fle­xi­bi­li­tät zu­ge­schrie­ben. Der Ein­satz von Smart Grids konn­te nach ei­ner Ab­schät­zung des Fraun­ho­fer-In­sti­tuts für Sys­tem- und In­no­va­ti­ons­for­schung zu­dem mit­tel­bar in al­len Wirt­schafts­be­rei­chen (u. a. En­er­gie, Ge­sund­heit, Ver­kehr) zu jähr­li­chen Ef­fi­zi­enz­ge­win­nen und zu­sätz­li­chen Wachs­tums­im­pul­sen in Mil­li­ar­den­ho­he fuh­ren. Auch aus der zu­neh­men­den Au­to­ma­ti­sie­rung des Ver­kehrs- bzw. Trans­port­we­sens er­ge­ben sich gro­ße Chan­cen. Bei­de Be­rei­che set­zen eben­falls stark auf Künst­li­che In­tel­li­genz.