Ent­las­sungs­ma­nage­ment und Hilfs­mit­tel­ein­satz

Ge­gen­wär­tig zei­gen sich bei der Ent­las­sung aus der sta­tio­nä­ren Be­hand­lung ver­schie­de­ne In­ef­fi­zi­en­zen, et­wa bei Hilfs­mit­teln, die wäh­rend des Kran­ken­haus­auf­ent­halts Sa­che des Kran­ken­hau­ses sind, ab Ent­las­sung aber über den Leis­tungs­er­brin­ger ab­ge­rech­net wer­den. Dies gilt ins­be­son­de­re bei in­di­vi­du­ell an­ge­pass­ten Hilfs­mit­teln so­wie bei der Nach­sor­ge und der me­di­ka­men­tö­sen Be­hand­lung. Kurz­zei­tig ge­bauch­te Hilfs­mit­tel kön­nen heu­te kaum er­neut ein­ge­setzt wer­den, weil da­für ge­klärt wer­den müss­te, wer Be­trei­ber ist und die Ver­ant­wor­tung über­nimmt. Da­her wer­den ge­ra­de Stan­dard-Hilfs­mit­tel im­mer wie­der neu an­ge­schafft. Hier müs­sen die Pro­zes­se und Re­gu­la­ri­en im Sin­ne ei­nes über­grei­fen­den An­sat­zes an­ge­passt wer­den.

 

Bei den Aus­schrei­bun­gen im Hilfs­mit­tel­be­reich be­stimmt un­ter den Ver­ga­be­kri­te­ri­en zu oft al­lei­ne der Preis über den Er­folg, teil­wei­se auch mit ei­nem hö­he­ren Ge­wicht als ge­setz­lich vor­ge­se­hen (§ 127 Abs. 1 SGB:  max. 50 Pro­zent). Bei­spie­le aus der Ver­gan­gen­heit zei­gen, dass das oft mit er­heb­li­chen Qua­li­täts­ein­bu­ßen ver­bun­den ist bzw. die Ver­si­cher­ten Auf­zah­lun­gen leis­ten müs­sen, um ih­ren bis­he­ri­gen Ver­sor­gungs­stan­dard hal­ten zu kön­nen. Ein Bei­spiel sind In­kon­ti­nenz­pro­duk­te, wo dem Kun­den nur die Wahl zwi­schen ei­nem Bil­lig­pro­dukt in schlech­ter Qua­li­tät im Rah­men des Leis­tungs­ver­zeich­nis­ses oder ei­nem Pre­mi­um­pro­dukt ge­gen Auf­preis bleibt. Durch ein Aus­schrei­bungs­ge­sche­hen, das ein­sei­tig be­son­ders preis­ag­gres­si­ve Bie­ter be­vor­zugt, die ei­nen mi­ni­ma­len Ge­winn in Kauf neh­men, um Markt­macht zu er­rei­chen und letzt­lich an Zu­satz­leis­tun­gen zu ver­die­nen, wer­den nicht nur die Stan­dards suk­zes­si­ve nach un­ten ge­setzt, son­dern auch das Markt­ge­fü­ge ver­zerrt. Im Sin­ne ei­ner an­ge­mes­se­nen Pa­ti­en­ten­ver­sor­gung muss der Qua­li­tät wie­der ein hö­he­rer Stel­len­wert ein­ge­räumt wer­den, sei es durch ei­ne deut­lich stär­ke­re Be­rück­sich­ti­gung bei Aus­schrei­bun­gen (min­des­tens un­ter kon­se­quen­ter Ein­hal­tung des ge­setz­li­chen Rah­mens), sei es durch Vor­ga­ben zum ver­stärk­ten Ein­satz von so­ge­nann­ten Ver­hand­lungs­ver­trä­gen an­stel­le von Aus­schrei­bun­gen. Da­bei muss auch be­rück­sich­tigt wer­den, dass es z. B. im Be­reich Or­tho­pä­die­t­ech­nik nicht al­lei­ne um das Pro­dukt geht, son­dern auch um ei­ne Dienst­leis­tung am Pa­ti­en­ten.