Neue oder op­ti­mier­te Pro­duk­te

Die Di­gi­ta­li­sie­rung von Pro­zes­sen ist oft der ers­te Schritt in der di­gi­ta­len Trans­for­ma­ti­on und birgt er­heb­li­ches Wert­schöp­fungs­po­ten­zi­al.

In der Land­wirt­schaft las­sen sich durch die Di­gi­ta­li­sie­rung und die da­durch er­höh­te Da­ten­ver­füg­bar­keit Er­trags­his­to­ri­en auf­bau­en, die ei­ner­seits die öf­fent­li­che Ver­wal­tung von der Er­stel­lung von Ern­te­sta­tis­ti­ken ent­las­ten und an­de­rer­seits die Ent­wick­lung neu­er Ver­si­che­rungs­for­men er­mög­li­chen: Bei ei­ner Er­trags­in­dex­ver­si­che­rung wird ei­ne Leis­tung aus­ge­zahlt, wenn der Er­trag in ei­ner Re­gi­on un­ter ei­ne be­stimm­te Gren­ze fällt. Das kann ge­ra­de in Ent­wick­lungs­län­dern mit un­zu­rei­chen­der In­fra­struk­tur land­wirt­schaft­li­che Ver­si­che­rungs­mo­del­le un­ter­stüt­zen.

Ein neu­es Pro­dukt sind z. B. vir­tu­el­le Kon­ten, mit de­nen Zah­lungs­strö­me – los­ge­löst vom tat­säch­li­chen Zah­lungs­ver­kehr – be­stimm­ten Un­ter­neh­mens­tei­len / -be­rei­chen bzw. ei­nem An­la­ge­ver­mö­gen zu­ge­ord­net wer­den. So wird z. B. Ma­te­ri­al, das ei­ne Ma­schi­ne selbst­stän­dig zur Ver­sor­gung be­stellt, dem Ge­rä­te­kon­to zu­ge­ord­net, aber nach Ein­gang der Rech­nung phy­sisch über das Haupt­kon­to be­zahlt. Die­se so­ge­nann­ten Vir­tu­al Ac­counts er­mög­li­chen al­so ei­ne ver­ein­fach­te Buch­füh­rung und Ab­rech­nung, die auf den Be­darf der In­dus­trie 4.0 ab­ge­stimmt ist.

In­di­vi­dua­li­sier­te und kun­den­in­no­vier­te Pro­duk­te
Ne­ben der Stan­dard­aus­füh­rung gab es schon län­ger die Stra­te­gie, ver­schie­de­ne Va­ri­an­ten ei­ner Pro­dukt­pa­let­te am Markt an­zu­bie­ten, in der Re­gel ba­sie­rend auf Bau­kas­ten- und Mo­dul­sys­te­men. Mit zu­neh­men­der Di­gi­ta­li­sie­rung (Ver­net­zung und In­ter­ak­ti­on mit dem Kun­den, ad­di­ti­ve Fer­ti­gung, Än­de­run­gen von Funk­tio­na­li­tä­ten durch rei­ne Soft­ware An­pas­sun­gen etc.) wach­sen auch die Mög­lich­kei­ten ei­ner In­di­vi­dua­li­sie­rung im Sin­ne ei­ner punk­tu­el­len und ad hoc – d. h. nach Be­stel­lungs­ein­gang – vor­ge­nom­me­nen An­pas­sung an die Vor­stel­lun­gen bzw. den Be­darf des Kun­den (bis hin zur so­ge­nann­ten Los­grö­ße 1). Ein ent­schei­den­der Vor­teil für das Un­ter­neh­men liegt hier dar­in, dass we­ni­ger Pro­dukt­va­ri­an­ten „auf Ver­dacht“ ent­wi­ckelt und ver­wal­tet wer­den müs­sen. Das setzt al­ler­dings vor­aus, dass die In­di­vi­dua­li­sier­bar­keit (bei­spiels­wei­se ei­nes Bau­teils, ei­ner Funk­ti­on) im Ent­wick­lungs­pro­zess als zu­sätz­li­cher Schritt mit­be­dacht wird, eben­so wie Fra­gen der Si­cher­heit und Haf­tung. Als wei­te­rer Schritt sind auch kun­den­in­no­vier­te Lö­sun­gen mög­lich, bei de­nen der Kun­de über ei­ne fest vor­ge­ge­be­ne Va­ri­an­ten­aus­wahl hin­aus ei­ne Ge­stal­tungs­mög­lich­keit er­hält.

Das gilt bei­spiels­wei­se auch in der Bau­in­dus­trie. Ge­ra­de im Be­reich der Wohn- und Ge­schäfts­ge­bäu­de ist seit je­her In­di­vi­dua­li­tät ge­fragt, die mit BIM und neu­en di­gi­ta­len Pro­duk­ti­ons­me­tho­den (u. a. Au­to­ma­ti­sie­rung) in ho­her Qua­li­tät und teil­wei­se mit Kos­ten­vor­tei­len rea­li­siert wer­den kann. Der mög­li­che Mehr­wert liegt an der Schnitt­stel­le zwi­schen Pro­dukt- und Pro­zess­ver­bes­se­run­gen, wie auch am Bei­spiel der ad­di­ti­ven Fer­ti­gung (so­ge­nann­ter 3D Druck) er­läu­tert wer­den kann.

 

Die Tech­nik ist in der Re­gel für die Fer­ti­gung von Ein­zel­stü­cken und Klein­se­ri­en wirt­schaft­lich in­ter­es­sant, da die Stück­kos­ten hier na­he­zu un­ab­hän­gig von der pro­du­zier­ten Stück­zahl sind. Sie hat ne­ben der in­dus­tri­el­len An­wen­dung – bis hin zum Be­reich der Ge­bäu­de­kon­struk­ti­on – auch Po­ten­zia­le für das Hand­werk oder den Han­del; selbst im Be­reich der Er­näh­rungs­wirt­schaft gibt es mehr­wert­stif­ten­de An­wen­dungs­mög­lich­kei­ten (3D Druck von Le­bens­mit­teln z. B. für Men­schen mit Schluck­be­schwer­den, für die Nah­rung in ge­eig­ne­ter Kon­sis­tenz wie­der in ei­ne an­spre­chen­de Form ge­bracht wer­den kann).

 

Di­gi­ta­li­sie­rung in der ad­di­ti­ven Fer­ti­gung

Mehr­wert

Durch di­rek­te Um­set­zung di­gi­ta­ler Bau­da­ten in phy­si­sche Pro­duk­te kann Werk­zeug­ein­satz re­du­ziert wer­den, da kei­ne pro­dukt­spe­zi­fi­schen Werk­zeu­ge und For­men be­nö­tigt wer­den und da­mit auch nicht ge­war­tet und ge­la­gert wer­den müs­sen

Zeit- und Kos­ten­er­spar­nis, Ver­mei­dung von Pro­duk­ti­ons­aus­fäl­len, Ver­mei­dung von Über­pro­duk­ti­on und ent­spre­chen­der Ver­schwen­dung

Än­de­run­gen an der Bau­teil­geo­me­trie er­for­dern nur ei­ne Än­de­rung der di­gi­ta­len Da­ten

Ge­rin­ge­rer Auf­wand

Pro­duk­ti­on un­ter­schied­li­cher Bau­tei­le in be­lie­bi­ger Rei­hen­fol­ge oh­ne grö­ße­ren Um­rüst­auf­wand und wirt­schaft­li­che Fer­ti­gung in­di­vi­du­ell an­ge­pass­ter Pro­duk­te

Fer­ti­gung nach Be­darf, ggf. un­ter di­rek­ter Be­tei­li­gung des Kun­den bei der Ge­stal­tung (Los­grö­ße 1)

Schnel­le­re Her­stel­lung von Pro­to­ty­pen

Kür­ze­re Pro­dukt­ent­wick­lungs­zy­klen

Lang­fris­ti­ge (Er­satz-)Tei­le­ver­füg­bar­keit kann ga­ran­tiert wer­den

Kun­den­nut­zen, Wett­be­werbs­vor­teil

De­zen­tra­le Fer­ti­gung bei­spiels­wei­se von Er­satz­tei­len an­hand di­gi­tal über­mit­tel­ter Da­ten; grund­sätz­lich auch oh­ne spe­zi­fi­sche Kennt­nis­se über die zu fer­ti­gen­den Tei­le denk­bar

Ge­rin­ge­rer Auf­wand für Lo­gis­tik und La­ger­hal­tung

 

Quel­le: Ei­ge­ne Dar­stel­lung vbw