Trefferliste

41 Steckbriefe

Pro­duk­te #01
Co­ch­lea Im­plan­ta­te
Pro­duk­te #02
Lab-On-A-Chip
Pro­duk­te #03
Pfle­ge­ro­bo­ter
Pro­duk­te #04
Re­ti­na Im­plan­ta­te
Pro­duk­te #05
Ro­bo­ter
Pro­duk­te #06
Tat­too-Elek­tro­den
Pro­duk­te #07
Weara­bles
Pro­duk­te #08
Me­di­ka­men­te mit Sen­so­rik
Pro­duk­te #09
Ge­sund­heits-Apps
Pro­duk­te #10
Ope­ra­ti­ons­sys­te­me
Pro­duk­te #11
Por­ta­ble DNA-Se­quen­zier­ge­rä­te
Pro­duk­te #12
T-Shirts mit EKG
Tech­no­lo­gi­en #01
Me­di­zi­ni­scher 3D-Druck
Tech­no­lo­gi­en #02
Am­bi­ent As­sis­ted Li­ving
Tech­no­lo­gi­en #03
Bild­ge­ben­de Ver­fah­ren
Tech­no­lo­gi­en #04
Bio­mar­ker
Tech­no­lo­gi­en #05
Ver­mitt­lungs­platt­for­men für Pa­ti­en­ten und Kli­ni­ken
Tech­no­lo­gi­en #06
Elek­tro­ni­sche Pa­ti­en­ten­ak­te
Tech­no­lo­gi­en #07
Elek­tro­ni­sche Bei­pack­zet­tel
Tech­no­lo­gi­en #08
Ge­nom-Edi­tie­rung mit CRIS­PR/Cas9
Tech­no­lo­gi­en #09
Me­di­cal Da­ta Space
Tech­no­lo­gi­en #10
Me­di­zin­tech­nik
Tech­no­lo­gi­en #11
mHe­alth-An­wen­dun­gen
Tech­no­lo­gi­en #12
Mi­kro­phy­sio­lo­gi­sche Sys­te­me
Tech­no­lo­gi­en #13
mo­no­k­lo­na­le An­ti­kör­per
Steckbrief Technologien #000013

mo­no­k­lo­na­le An­ti­kör­per

Be­schrei­bung

An­ti­kör­per sind vom Kör­per ge­bil­de­te im­mu­no­lo­gisch ak­ti­ve Pro­te­ine, die kör­per­frem­de Struk­tu­ren (sog. An­ti­ge­ne) er­ken­nen und sich dort an den Ober­flä­chen­re­zep­to­ren fes­t­hef­ten. Sie kön­nen auch im La­bor aus ei­ner ge­klon­ten Zel­le ei­nes B-Lym­pho­zy­ten (wei­ßes Blut­kör­per­chen) her­ge­stellt wer­den. An­ti­kör­per, die auf den­sel­ben Zell­klon zu­rück­ge­hen, wer­den mo­no­k­lo­nal ge­nannt (auch mAbs: mo­no­clo­nal an­ti­bo­dies). Sie sind hoch spe­zi­fisch und nur auf ein kon­kre­tes Epi­top aus­ge­rich­tet. Als Epi­top wird ei­ne mo­le­ku­la­re Struk­tur des An­ti­gens be­zeich­net, die die Im­mun­ant­wort aus­löst, dies kann zum Bei­spiel ein be­stimm­ter Be­reich auf der Ober­flä­che des An­ti­gens sein. Ei­ne na­tür­li­che Im­mun­ant­wort des Kör­pers hin­ge­gen ist im­mer po­ly­klo­nal, al­so von vie­len B-Zel­len aus­ge­hend und rich­tet sich ge­gen vie­le ver­schie­de­ne Epi­to­pe der An­ti­ge­ne. Die im La­bor künst­lich ge­züch­te­ten An­ti­kör­per wer­den Pa­ti­en­ten per In­fu­si­on oder In­jek­ti­on zu The­ra­pie­zwe­cken ver­ab­reicht oder in di­ver­sen Dia­gno­se­ver­fah­ren ver­wen­det. Der Vor­teil von mo­no­k­lo­na­len An­ti­kör­pern ist, dass sie Wirk­sam­keit mit gro­ßer Prä­zi­si­on ver­bin­den.

Ak­tu­ell sind in Deutsch­land 75 Prä­pa­ra­te zu­ge­las­sen. Die wich­tigs­ten für die The­ra­pie von Krebs- und Au­to­im­mun­er­kran­kun­gen sind Be­va­ci­zu­m­ab, Tras­tu­zu­m­ab, Ada­li­mu­m­ab, In­fli­xi­m­ab und Ri­tu­xi­m­ab. Die frü­hes­ten Ver­sio­nen mo­no­k­lo­na­ler An­ti­kör­per wur­den aus Zel­len von La­bor­mäu­sen ge­züch­tet, al­ler­dings wur­den die­se vom mensch­li­chen Or­ga­nis­mus oft selbst als An­ti­ge­ne wahr­ge­nom­men und be­kämpft. Heu­te gibt es da­ne­ben auch An­ti­kör­per, die aus ei­ner Kreu­zung von Zel­len von Mensch und Maus her­vor­ge­hen so­wie „hu­ma­ne“ An­ti­kör­per, die mit­hil­fe von Gen­tech­nik gänz­lich oh­ne tie­ri­sche Zel­len aus­kom­men.

In der Zu­kunft wol­len For­scher auch bi- oder trispe­zi­fi­sche An­ti­kör­per ent­wi­ckeln. Die sind nicht nur auf ein ein­zi­ges Merk­mal aus­ge­rich­tet, son­dern auf zwei oder drei Merk­ma­le und ent­fal­ten so ei­ne Wir­kung auf ei­ne grö­ße­re An­zahl von Zel­len, was bei­spiels­wei­se in der Krebs­the­ra­pie gro­ßen Nut­zen ver­spricht. Wis­sen­schaft­ler ar­bei­ten zu­dem dar­an, mit­hil­fe mo­no­k­lo­na­ler An­ti­kör­per neue The­ra­pi­en im Feld der pas­si­ven Im­mu­ni­sie­rung für In­fek­ti­ons­krank­hei­ten zu schaf­fen. An­ders als bei ak­ti­ven Im­mu­ni­sie­run­gen, bei de­nen das kör­per­ei­ge­ne Im­mun­sys­tem zur Pro­duk­ti­on von An­ti­kör­pern an­ge­regt wird, wer­den bei der pas­si­ven Im­mu­ni­sie­rung im Krank­heits­fall dem Pa­ti­en­ten die fer­ti­gen An­ti­kör­per ver­ab­reicht.

Wich­tigs­te An­wen­dungs­fel­der sind Dia­gnos­tik und The­ra­pie bei Krebs- und Au­to­im­mun­er­kran­kun­gen. In der Dia­gnos­tik kön­nen mo­no­k­lo­na­le An­ti­kör­per als Bio­mar­ker ein­ge­setzt wer­den, in­dem sie mit fluo­res­zie­ren­den oder ra­dio­ak­ti­ven Stof­fen mar­kiert wer­den und sich an den ent­spre­chen­den An­ti­ge­nen fest­set­zen. Auf die­se Wei­se kann das Vor­lie­gen der An­ti­ge­ne im La­bor er­kannt wer­den. Ein sol­ches be­kann­tes Dia­gno­se­ver­fah­ren ist et­wa „Wes­tern Blot“, das bei der Leuk­ämie-Dia­gno­se zum Ein­satz kommt. In der The­ra­pie wer­den mo­no­k­lo­na­le An­ti­kör­per mo­men­tan vor al­lem bei Krebs, Ent­zün­dungs- und Au­to­im­mun­er­kran­kun­gen wie Ar­thri­tis an­ge­wen­det. Mo­no­k­lo­na­le An­ti­kör­per kön­nen An­ti­ge­ne blo­ckie­ren oder die Si­gnal­wei­ter­lei­tungs­we­ge ver­än­dern. In der Krebs­be­hand­lung wer­den so zum Bei­spiel die Si­gnal­pro­te­ine, die für das Aus­bil­den neu­er Blut­ge­fä­ße zum Wachs­tum des Tu­mors not­wen­dig sind, an­ge­grif­fen und das Wachs­tum ge­hemmt. Mo­no­k­lo­na­le An­ti­ge­ne sind auch für die For­schung be­deut­sam, da sie sehr spe­zi­fisch be­stimm­te An­ti­ge­ne bin­den kön­nen und bil­den so die Grund­la­ge für vie­le ex­pe­ri­men­tel­le Ver­fah­ren. In der Tier­me­di­zin kön­nen mo­no­k­lo­na­le An­ti­kör­per ana­log zur Hu­man­me­di­zin ein­ge­setzt wer­den.

Ent­wick­ler von mo­no­k­lo­na­len An­ti­kör­pern fin­den sich oft in den USA (bspw. Bris­tol-My­ers Squibb, Am­gen, Re­ge­ne­ron, Genen­tech). Ent­wick­ler aus Deutsch­land sind et­wa die Mor­pho­Sys AG aus Pla­negg oder auch Bo­eh­rin­ger In­gel­heim.

Die Her­stel­lung von mo­no­k­lo­na­len An­ti­kör­pern er­öff­net neue The­ra­pie­mög­lich­kei­ten für vie­le schwer zu be­han­deln­de Er­kran­kun­gen. Da je­de Art die­ser An­ti­kör­per im­mer nur auf ein An­ti­gen aus­ge­rich­tet ist, kön­nen fast be­lie­big vie­le neue Ty­pen ent­wi­ckelt wer­den. Be­son­ders die vie­len Pa­ten­te in die­sem Markt trei­ben jun­ge Bio­tech­no­lo­gie-Un­ter­neh­men zu ho­hen In­no­va­ti­ons­leis­tun­gen, denn nur so kön­nen Sie neue Pro­duk­te auf den Markt brin­gen. Für Un­ter­neh­men ma­chen au­ßer­dem die ho­hen Prei­se, die sie für die Wirk­stof­fe ver­lan­gen kön­nen, die Her­stel­lung von mo­no­k­lo­na­len An­ti­kör­pern at­trak­tiv.

Mo­no­k­lo­na­le An­ti­kör­per wer­den mit­un­ter beim Pa­ti­en­ten selbst als An­ti­ge­ne wahr­ge­nom­men. Erst in jüngs­ter Zeit ist es durch den Ein­satz von Gen­tech­nik ge­lun­gen, künst­li­che An­ti­kör­per her­zu­stel­len, die den na­tür­li­chen An­ti­kör­pern be­son­ders äh­neln. Au­ßer­dem führt die ho­he Spe­zi­fi­tät mo­no­k­lo­na­ler An­ti­kör­per da­zu, dass sie bei Mu­ta­tio­nen der be­tref­fen­den An­ti­ge­ne ih­re Wirk­sam­keit ver­lie­ren. Hem­mend ist auch die Tat­sa­che, dass mo­no­k­lo­na­le An­ti­kör­per noch im­mer zu den teu­ers­ten Me­di­ka­men­ten auf dem Markt ge­hö­ren.

Seit der Zu­las­sung der am häu­figs­ten be­nut­zen mo­no­k­lo­na­len An­ti­kör­per um das Jahr 2000 hat sich der Markt enorm ver­grö­ßert und ist ei­nes der am schnells­ten wach­sen­den Seg­men­te der phar­ma­zeu­ti­schen In­dus­trie. Die ra­sant ge­stie­ge­ne Nach­fra­ge kann durch die in­dus­tri­el­le Pro­duk­ti­on be­dient wer­den, trotz­dem ge­hö­ren mo­no­k­lo­na­le An­ti­kör­per zu den teu­ers­ten und Um­satz­stärks­ten Me­di­ka­men­ten auf dem ge­sam­ten Phar­ma­zie­markt.

Tech­no­lo­gi­en #14
Na­no­tech­no­lo­gie
Tech­no­lo­gi­en #15
P4-Me­di­zin
Tech­no­lo­gi­en #16
Pro­to­nen­the­ra­pie
Tech­no­lo­gi­en #17
se­cur­Ph­arm e. V.
Tech­no­lo­gi­en #18
Te­le­me­di­zin
Tech­no­lo­gi­en #19
Ther­a­nos­ti­sche Im­plan­ta­te
Tech­no­lo­gi­en #20
Ver­mitt­lungs­platt­for­men in der Pfle­ge
Tech­no­lo­gi­en #21
Trans­port­box für Me­di­ka­men­te
Tech­no­lo­gi­en #22
Hoch­durch­satz-Se­quen­zier­ver­fah­ren
Tech­no­lo­gi­en #23
Bio­tech
Tech­no­lo­gi­en #24
CAR-T-Zell-The­ra­pie
Tech­no­lo­gi­en #25
Dia­gno­se mit DVD-Tech­no­lo­gie
För­der­mit­tel #01
EXIST
För­der­mit­tel #02
High-Tech Grün­der­fonds (HTGF)
För­der­mit­tel #03
IN­VEST
För­der­mit­tel #04
Wachs­tums­fonds Bay­ern