Trefferliste

41 Steckbriefe

Pro­duk­te #01
Co­ch­lea Im­plan­ta­te
Pro­duk­te #02
Lab-On-A-Chip
Pro­duk­te #03
Pfle­ge­ro­bo­ter
Pro­duk­te #04
Re­ti­na Im­plan­ta­te
Pro­duk­te #05
Ro­bo­ter
Pro­duk­te #06
Tat­too-Elek­tro­den
Pro­duk­te #07
Weara­bles
Pro­duk­te #08
Me­di­ka­men­te mit Sen­so­rik
Pro­duk­te #09
Ge­sund­heits-Apps
Pro­duk­te #10
Ope­ra­ti­ons­sys­te­me
Pro­duk­te #11
Por­ta­ble DNA-Se­quen­zier­ge­rä­te
Pro­duk­te #12
T-Shirts mit EKG
Tech­no­lo­gi­en #01
Me­di­zi­ni­scher 3D-Druck
Tech­no­lo­gi­en #02
Am­bi­ent As­sis­ted Li­ving
Tech­no­lo­gi­en #03
Bild­ge­ben­de Ver­fah­ren
Tech­no­lo­gi­en #04
Bio­mar­ker
Tech­no­lo­gi­en #05
Ver­mitt­lungs­platt­for­men für Pa­ti­en­ten und Kli­ni­ken
Tech­no­lo­gi­en #06
Elek­tro­ni­sche Pa­ti­en­ten­ak­te
Tech­no­lo­gi­en #07
Elek­tro­ni­sche Bei­pack­zet­tel
Tech­no­lo­gi­en #08
Ge­nom-Edi­tie­rung mit CRIS­PR/Cas9
Tech­no­lo­gi­en #09
Me­di­cal Da­ta Space
Tech­no­lo­gi­en #10
Me­di­zin­tech­nik
Tech­no­lo­gi­en #11
mHe­alth-An­wen­dun­gen
Tech­no­lo­gi­en #12
Mi­kro­phy­sio­lo­gi­sche Sys­te­me
Tech­no­lo­gi­en #13
mo­no­k­lo­na­le An­ti­kör­per
Tech­no­lo­gi­en #14
Na­no­tech­no­lo­gie
Tech­no­lo­gi­en #15
P4-Me­di­zin
Steckbrief Technologien #000015

P4-Me­di­zin

Be­schrei­bung

Die so­ge­nann­te P4-Me­di­zin ist ei­ne in­no­va­ti­ve Be­hand­lungs­me­tho­de, um Krank­hei­ten in­di­vi­dua­li­sier­ter und per­so­na­li­sier­ter the­ra­pie­ren zu kön­nen. P4 steht für die vier Be­grif­fe prä­ven­tiv, per­so­na­li­siert, par­ti­zi­pa­tiv und prä­zi­se. Der Be­hand­lungs­an­satz wur­de vom US-ame­ri­ka­ni­schen Me­di­zi­ner Le­roy Hood ge­prägt, der ihn im Rah­men ei­ner gro­ßen, auf 20 Jah­re und 100.000 Per­so­nen an­ge­leg­ten Längs­schnitt­stu­die zu ver­fei­nern sucht. Ak­tu­ell wird der An­satz vor al­lem in der On­ko­lo­gie er­probt. An­ge­sichts neu­er mo­le­ku­lar­bio­lo­gi­scher Er­kennt­nis­se über das We­sen und die Ent­ste­hung von Krebs ist da­mit zu rech­nen, dass er auch zu­künf­tig ver­stärkt in der On­ko­lo­gie zum Ein­satz kom­men wird. Da­ne­ben ist auch ein Ein­satz bei an­de­ren Er­kran­kun­gen denk­bar.

 

Im Be­reich der On­ko­lo­gie sieht der An­satz ei­ne Prä­ven­ti­on von Krebs­er­kran­kun­gen durch ei­ne ge­sun­de Le­bens­wei­se und die recht­zei­ti­ge Früh­erken­nung vor („prä­ven­tiv“). Liegt be­reits ei­ne Krebs­er­kran­kung vor, wird das ge­ne­ti­sche Pro­fil des Tu­mors ent­schlüs­selt und so ei­ne in­di­vi­du­ell wirk­sa­me­re The­ra­pie er­mög­licht („per­so­na­li­siert“). Der Pa­ti­ent wird in die The­ra­pie in ei­nem ver­gleichs­wei­se star­ken Ma­ße ein­be­zo­gen, wo­durch des­sen Ge­fühl der Selbst­wirk­sam­keit und der Au­to­no­mie ge­stärkt wer­den soll („par­ti­zi­pa­tiv“). Durch die ver­bes­ser­te mo­le­ku­la­re Dia­gnos­tik ist zu­dem ei­ne prä­zi­se­re Be­hand­lung der Krebs­er­kran­kung mög­lich, bei­spiels­wei­se wenn bei der Ent­fer­nung ei­nes Tu­mors das um­lie­gen­de Ge­we­be bes­ser ge­schont wird („prä­zi­se“).

Die in den letz­ten Jah­ren ge­won­ne­nen mo­le­ku­lar­bio­lo­gi­schen Er­kennt­nis­se ha­ben den Weg für ei­ne per­so­na­li­sier­te­re Me­di­zin ge­eb­net. Ärz­te wer­den zu­künf­tig ver­su­chen, The­ra­pi­en stär­ker als bis­her auf Pa­ti­en­ten­pro­fi­le zu­zu­schnei­den. Da­für be­darf es im Vor­feld ei­ner groß­flä­chi­gen Er­he­bung von Da­ten, um ty­pi­sche Mus­ter in den Krank­heits­ent­wick­lun­gen zu iden­ti­fi­zie­ren. Ne­ben der stär­ke­ren Per­so­na­li­sie­rung der Me­di­zin auch un­ter Nut­zung von Big Da­ta wird der Trend zu­künf­tig zu­dem wei­ter in Rich­tung Prä­zi­si­ons­me­di­zin ge­hen. Hoch­prä­zi­si­ons­ro­bo­ter wer­den Chir­ur­gen ver­stärkt bei ope­ra­ti­ven Ein­grif­fen un­ter­stüt­zen; Strah­lungs­the­ra­pi­en wer­den ei­ne punk­tu­el­le­re Be­hand­lung er­mög­li­chen. Da­ne­ben ber­gen die För­de­rung ge­sun­der Le­bens­wei­sen und re­gel­mä­ßi­ger Ge­sund­heits­checks zur Früh­erken­nung das Po­ten­zi­al, die Ent­ste­hung von Krank­hei­ten künf­tig zu ver­hin­dern bzw. Krank­hei­ten früh­zei­tig zu er­ken­nen.

Für den Er­folg der Maß­nah­men der P4-Me­di­zin kommt es maß­geb­lich auf ein wir­kungs­vol­les Zu­sam­men­spiel al­ler Be­tei­lig­ten Ak­teu­re an, da­zu zäh­len bspw. Pa­ti­en­ten, Kran­ken­häu­ser, For­scher, die Phar­ma­in­dus­trie und Tech­no­lo­gie­un­ter­neh­men.

In der öf­fent­li­chen Dis­kus­si­on wird die P4-Me­di­zin als Pa­ra­dig­men­wech­sel in der On­ko­lo­gie be­schrie­ben. Ge­trie­ben wird der Wan­del durch in­no­va­ti­ve For­scher und Ärz­te, die durch den Ein­satz neu­er Me­tho­di­ken ei­nen grö­ße­ren Be­hand­lungs­er­folg er­zie­len wol­len. Na­tür­lich sind auch Pa­ti­en­ten und die brei­te Öf­fent­lich­keit an den Ent­wick­lun­gen der For­schun­gen in­ter­es­siert und ver­spre­chen sich ei­ne hö­he­re Hei­lungs­ra­te. Da­ne­ben wer­den die Phar­ma­in­dus­trie und me­di­zi­ni­sche Tech­no­lo­gie­un­ter­neh­men ver­su­chen, ih­re Pro­duk­te ver­stärkt auf die neu­en Be­hand­lungs­me­tho­den zu­zu­schnei­den. Ein wei­te­rer Trei­ber ist die Di­gi­ta­li­sie­rung, im Rah­men de­rer der Ge­sund­heits- bzw. Krank­heits­zu­stand von Pa­ti­en­ten in ei­nem im­mer stär­ke­ren Ma­ße ver­mes­sen und do­ku­men­tiert wird.

Die P4-Me­di­zin ist ein Kon­zept, wel­ches erst all­mäh­lich in Deutsch­land Fuß fasst. Ers­te Groß­ver­an­stal­tun­gen und Kon­gres­se wur­den jüngst zu die­sem The­ma aus­ge­rich­tet. Ob sich die Me­tho­dik auch tat­säch­lich als Pa­ra­dig­men­wech­sel ent­pup­pen wird, wird sich erst in Zu­kunft zei­gen. Da­ne­ben ste­hen der Me­tho­dik die bis­her eta­blier­ten Pra­xis­for­men in den Kran­ken­häu­sern und Lehr­for­men in der Uni­ver­si­tät ent­ge­gen. Ob der Pa­ra­dig­men­wech­sel voll­zo­gen wird, hängt maß­geb­lich da­von ab, ob in Kran­ken­haus und Uni­ver­si­tät die neu­en Me­tho­di­ken in den Hand­lungs­fun­dus auf­ge­nom­men wer­den.

Bei der Be­hand­lung von Pa­ti­en­ten stär­ker auf Prä­ven­ti­on, Per­so­na­li­sie­rung, Par­ti­zi­pa­ti­on und Prä­zi­si­on zu set­zen, hat vor al­lem in­di­rek­te öko­no­mi­sche Be­deu­tung. So wer­den sich die Her­stel­ler von me­di­zi­ni­schen Tech­no­lo­gi­en, die Kran­ken­häu­ser und Ge­sund­heits­ein­rich­tun­gen in ih­rer Aus­stat­tung, das me­di­zi­ni­sche Per­so­nal in sei­nen Kennt­nis­sen, die Kran­ken­kas­sen in ih­rer Be­wil­li­gungs­pra­xis an den ver­än­der­ten An­satz an­pas­sen. Im bes­ten Fal­le pas­siert dies zu volks­wirt­schaft­lich ver­rin­ger­ten Kos­ten und kann so­mit im Zeit­al­ter des de­mo­gra­fi­schen Wan­dels zu ei­ner Ent­las­tung der Ge­sund­heits­kas­sen bei­tra­gen.

Tech­no­lo­gi­en #16
Pro­to­nen­the­ra­pie
Tech­no­lo­gi­en #17
se­cur­Ph­arm e. V.
Tech­no­lo­gi­en #18
Te­le­me­di­zin
Tech­no­lo­gi­en #19
Ther­a­nos­ti­sche Im­plan­ta­te
Tech­no­lo­gi­en #20
Ver­mitt­lungs­platt­for­men in der Pfle­ge
Tech­no­lo­gi­en #21
Trans­port­box für Me­di­ka­men­te
Tech­no­lo­gi­en #22
Hoch­durch­satz-Se­quen­zier­ver­fah­ren
Tech­no­lo­gi­en #23
Bio­tech
Tech­no­lo­gi­en #24
CAR-T-Zell-The­ra­pie
Tech­no­lo­gi­en #25
Dia­gno­se mit DVD-Tech­no­lo­gie
För­der­mit­tel #01
EXIST
För­der­mit­tel #02
High-Tech Grün­der­fonds (HTGF)
För­der­mit­tel #03
IN­VEST
För­der­mit­tel #04
Wachs­tums­fonds Bay­ern