Trefferliste

41 Steckbriefe

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Co­ch­lea Im­plan­ta­te
Pro­duk­te #02
Lab-On-A-Chip
Pro­duk­te #03
Pfle­ge­ro­bo­ter
Pro­duk­te #04
Re­ti­na Im­plan­ta­te
Pro­duk­te #05
Ro­bo­ter
Pro­duk­te #06
Tat­too-Elek­tro­den
Pro­duk­te #07
Weara­bles
Pro­duk­te #08
Me­di­ka­men­te mit Sen­so­rik
Steckbrief Produkte #000008

Me­di­ka­men­te mit Sen­so­rik

Me­di­ka­men­te mit Sen­so­ren (auch „Smart Pills“ ge­nannt) sind Arz­nei­mit­tel in Ta­blet­ten­form, in die win­zi­ge Com­pu­ter­chips ein­ge­bet­tet sind. Sie wer­den vom Pa­ti­en­ten wie her­kömm­li­che Pil­len ge­schluckt. Im Kör­per ak­ti­viert sich die­ser Chip bei­spiels­wei­se durch den Kon­takt zur Ma­gen­säu­re. Aus dem Kör­per­in­ne­ren sen­det er dann Da­ten, die vom An­wen­der auf dem Smart­pho­ne oder dem Com­pu­ter emp­fan­gen wer­den. Smart Pills kön­nen Ärz­ten da­bei hel­fen den The­ra­pie­ver­lauf bes­ser zu über­wa­chen. Vor­teil­haft da­bei ist, dass sie ge­nau­er ein­se­hen kön­nen, ob und wie der Pa­ti­ent die ver­ord­ne­ten Me­di­ka­men­te ein­nimmt und den The­ra­pie­plan ge­ge­be­nen­falls ent­spre­chend an­pas­sen kön­nen. Auch für An­ge­hö­ri­ge und Pfle­ge­per­so­nal ist so die Un­ter­stüt­zung von Pa­ti­en­ten bei der vor­ge­se­he­nen Me­di­ka­men­ten­ein­nah­me ein­fa­cher.

En­de 2017 hat die US-Ame­ri­ka­ni­sche Arz­nei­mit­tel­be­hör­de die ers­te Smart Pill zu­ge­las­sen. Da­bei han­delt es sich um ein An­ti­psy­cho­ti­kum, das bei Schi­zo­phre­nie und De­pres­sio­nen ein­ge­setzt wird. Der Sen­sor misst die Kon­zen­tra­ti­on des Me­di­ka­men­tes und er­mit­telt, ob das Prä­pa­rat rich­tig ein­ge­nom­men wur­de.

For­scher ar­bei­ten be­reits dar­an, Smart Pills nicht nur für den Ein­satz im Ver­dau­ungs­trakt, son­dern auch für die Ver­wen­dung im Blut­kreis­lauf zu ent­wi­ckeln. Dort sol­len die win­zi­gen Sen­so­ren nach be­stimm­ten Si­gnal­stof­fen und Mo­le­kü­len su­chen, die als frü­her In­di­ka­tor für be­stimm­te Krank­hei­ten an­ge­se­hen wer­den. Über ein Arm­band sol­len die In­for­ma­tio­nen dann aus­ge­wer­tet wer­den.

Die Sen­so­ren kön­nen die Kon­zen­tra­ti­on be­stimm­ter Stof­fe im Ver­dau­ungs­trakt nach­wei­sen und so bei­spiels­wei­se kon­trol­lie­ren, ob der Wirk­stoff des ver­ab­reich­ten Me­di­ka­men­tes in der vor­ge­se­hen Kon­zen­tra­ti­on vor­han­den ist. Da­ne­ben könn­ten die Sen­so­ren zu­künf­tig auch Be­we­gungs­ver­hal­ten, Schlafrhyth­mus und Blut­druck des Pa­ti­en­ten er­fas­sen. An­de­re Smart Pills sol­len zur ge­ziel­ten Samm­lung von Ge­we­be­pro­ben aus dem Ver­dau­ungs­trakt ent­wi­ckelt wer­den. Das könn­te bei­spiels­wei­se zum Test von Nah­rungs­er­gän­zungs­mit­teln her­an­ge­zo­gen wer­den, um zu prü­fen, ob die­se die Darm­flo­ra tat­säch­lich nach­hal­tig po­si­tiv be­ein­flus­sen. Ei­ne wei­te­re An­wen­dung könn­te die ge­ziel­te und prä­zi­se Ab­ga­be von Wirk­stof­fen im Kör­per­in­ne­ren sein, denn je nach Ort der Frei­set­zung ist die Re­ak­ti­on des Or­ga­nis­mus ei­ne an­de­re. Win­zi­ge, mit Wirk­stof­fen ge­füll­te Sprit­zen könn­ten sich bei­spiels­wei­se im Darm frei­set­zen und das Me­di­ka­ment in die Darm­wand ver­ab­rei­chen. Die­se Tech­no­lo­gie, die sich noch ganz am An­fang der Er­pro­bung be­fin­det, könn­te in der Zu­kunft Sprit­zen und In­fu­sio­nen gänz­lich er­set­zen.

Ko­ope­ra­ti­ons­po­ten­ti­al be­steht zwi­schen Phar­ma­un­ter­neh­men, die klas­si­sche Arz­nei­stof­fe her­stel­len und Un­ter­neh­men der di­gi­ta­len Sen­so­rik- und Sen­de­tech­nik so­wie Her­stel­lern von Mi­kro­chips.

Die Ent­wick­ler von Me­di­ka­men­ten mit Sen­so­rik sind vor al­lem in Ja­pan (Ots­a­ka) und den USA (Pro­teus Di­gi­tal Health, Goog­le, Ra­ni The­ra­peutics) zu fin­den. In Eu­ro­pa zäh­len Me­di­metrics aus den Nie­der­lan­den und Med­t­ro­nic aus Ir­land zu den Ent­wick­lern. Auch der is­rae­li­sche Phar­ma­her­stel­ler Te­va Phar­maceuti­cal In­dus­tries be­schäf­tigt sich mit Me­di­ka­men­ten mit Sen­so­rik.

Vie­le Pa­ti­en­ten (be­son­ders Äl­te­re, Kin­der, psy­chisch oder chro­nisch Kran­ke so­wie Sucht­kran­ke) ver­ges­sen oder ver­wei­gern die kor­rek­te Ein­nah­me ih­rer Me­di­ka­men­te. Da­durch kommt es zu Krank­hei­ten oder Sym­pto­men, die durch die bes­se­re Kon­trol­le der Me­di­ka­men­ten­ein­nah­me mit Smart Pills ver­mie­den wer­den kön­nen. Glei­ches gilt auch für die fi­nan­zi­el­len Fol­ge­kos­ten fal­scher Me­di­ka­men­ten­ein­nah­me. Ne­ben der Ver­bes­se­rung be­stehen­der The­ra­pie­an­sät­ze er­schließt die Sen­so­rik-Tech­no­lo­gie in der Me­di­ka­men­ten­ent­wick­lung auch völ­lig neue The­ra­pie- und Dia­gno­se­an­sät­ze.

Die enor­me Men­ge an per­sön­li­chen Da­ten, die mit Smart Pills er­ho­ben wer­den kön­nen, las­sen zwangs­läu­fig Fra­gen zum Da­ten­schutz und die Sor­ge vor dem „glä­ser­nen Pa­ti­en­ten“ auf­kom­men. Be­son­ders mit Kran­ken­kas­sen und Ar­beit­ge­bern möch­ten vie­le Pa­ti­en­ten die­se sen­si­blen per­sön­li­chen Da­ten nicht tei­len. Ob das Mo­ni­to­ring durch die Pil­len-Sen­so­ren ei­nen lang­fris­ti­gen po­si­ti­ven Ef­fekt auf das Ver­hal­ten der Pa­ti­en­ten hat, ist noch nicht be­wie­sen. Es be­steht die Mög­lich­keit, dass sich nach ei­ner Zeit die dis­zi­pli­nie­ren­de Wir­kung der Smart Pills ein­stellt und der Pa­ti­ent die Er­in­ne­rung an die not­wen­di­ge Me­di­ka­men­ten­ein­nah­me igno­riert. Trotz der Me­di­ka­men­te mit Sen­so­ren bleibt die per­sön­li­che Be­ra­tung durch den be­han­deln­den Arzt ent­schei­dend für den The­ra­pie­er­folg. Den Nach­weis ei­nes tat­säch­li­chen Nut­zens oder Mehr­wer­tes der Smart Pills in kli­ni­schen Stu­di­en zu er­brin­gen, ist kost­spie­lig und zeit­auf­wen­dig. Zu­dem ist das Re­gu­lie­rungs­re­gime in den wich­tigs­ten Märk­ten oft nicht auf die Kom­bi­na­ti­on aus Phar­ma­zie und Sen­so­rik aus­ge­rich­tet und lässt so den Her­stel­lern Un­klar­hei­ten.

Das öko­no­mi­sche Po­ten­ti­al die­ser Tech­no­lo­gie liegt vor al­lem dar­in, dass durch die op­ti­mier­te Über­wa­chung der Me­di­ka­men­ten­ein­nah­me bis­her ent­ste­hen­de Kos­ten durch ver­ges­se­ne, fal­sche oder ver­wei­ger­te Ein­nah­me ver­rin­gert wer­den kön­nen. Die­se Kos­ten wer­den glo­bal auf rund 500 Mil­li­ar­den US-Dol­lar und für Deutsch­land auf 13 Mil­li­ar­den Eu­ro jähr­lich ge­schätzt. Bis­her wer­den Smart Pills je­doch noch nicht im gro­ßen Stil in der Me­di­zin an­ge­wen­det. Die auf den Markt ge­brach­ten Ver­sio­nen wer­den erst von ei­ner ver­gleichs­wei­se ge­rin­gen An­zahl von An­wen­dern ver­wen­det.

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